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seinen Aufzeichnungen zu lesen, wie er sich an jedem Jahresschluss und bei der Wieder- kehr seines Geburtstags dankend und betend an Gott wendet und sich und die Seinen seiner Obhut empfichlt.
Für das Berufsleben beginnt mit dem Jahre 1817 eine neue Periode, die er die silberne nennt. Das alte Gymnasium wurde aufgchoben und an dessen Stelle ein Obergymnasium mit 4 Klassen für das ganze Herzogtum Nassau errichtet. Auch die Gym- nasien zu Idstein, Montabaur und Hadamar wurden aufgehoben, statt dessen aber 3 Päda- gogien mit den 4 unteren Gymnasialklassen in Wiesbaden, Hadamar und Dillenburg ge- gründet. Krebs und Eichhoff hatten sich in besonderen Gutachten gegen diese neue Or- ganisation erklärt, aber ohne Erfolg. An die Stelle des früheren Rektors trat jetzt ein Direktor in der Person des Dr. Chr. W. Snell, der bisher Direktor des Gymnasiums in Idstein gewesen war. Die übrigen Hauptlehrer erhielten den Titel Professor; Krebs wurde zweiter Professor mit einem Gehalt von 1500 fl. Die bisherigen Erhebungen von den Schülern hörten auf. Auch das Predigeramt hatte ein Ende; den Lehrern wurde so- gar förmlich verboten zu predigen. Sie waren von nun an Civil⸗Staatsdiener und sollten die Civil-Uniform tragen. Dagegen wehrten sich Eichhoff und Krebs und erhielten auf ihr Ansuchen vom Herzog die Erlaubnis, ihren schwarzen Rock, doch ohne Mantel und Kragen, weiter zu tragen. Am 17. Mai war in Wiesbaden eine allgemeine Schulkonferenz und eine neue Amtseidsleistung sämmtlicher Lehrer der H. Anstalten. Am 9. Juni fand die Eröffnung des neuen Landesgymnasiums statt. Da die Lehrer von nun an Fach- lehrer sein sollten, erhielt Krebs nur Unterricht im Lateinischen und Griechischen und zwar in der Tertia und Quarta(jetzt O und UII); die Zahl der Stunden blieb dieselbe wie früher. Aber die Freude an der Schule liess nach, obgleich doch in vieler Beziehung ein Fortschritt gegen früher nicht zu verkennen ist. Namentlich sollte man denken, dass die scharfe Scheidung der Klassen nach einjährigen Kursen, wodurch die vielen Kombi- nationen aufhörten, den Unterricht hätte erleichtern müssen. Auch war in dem Schul- edikt vom Jahre 1817 die klassische Bildung in ihrer Bedeutung vollständig aner- kannt. Es heisst darin p. 113:„den Namen eines Gelehrten bedingt die klassische Bildung; das Studium der Griechischen und Römischen Klassiker ist hier der eigentliche Bildungsstoflf; dem Sprachunterricht sincd%⅜ℳ der Lehrstunden gewidmet.“ Aber das patriarchalische Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern hörte auf. Diese, zum grossen Teil neu eingetreten, stellten sich den Lehrern fremd gegenüber; sie dünkten sich, von den kleineren Mitschülern getrennt, mehr zu sein, als auf den bisherigen Anstalten und fingen allmählich an auszuarten. Auch Krebs hatte mitunter von ihrer Anmassung und Roheit zu leiden, zumal da die Strafbefugnis eingeschränkter war. Er konnte sich nur schwer in die neuen Verhältnisse finden; selbst die Einführung der Konduitenlisten, in welche die einzelnen Lehrer Noten über Fleiss, Betragen u. s. w. eintragen sollten, zur Mitteilung an die Eltern, schien ihm etwas Unerhörtes und Unnützes.
Zu Ostern 1828 trat der 73 Jahre alte Direktor Snell, der dem immer mehr an den Tag tretenden Verfall der Zucht keinen Einhalt mehr thun konnte, in den Ruhestand. Sein Nachfolger, Fr. Traugott Friedemann aus Braunschweig, trat sein Amt den 1. August 1828 an. Krebs bewillkommte ihn in der Vorrede zu einer kleinen Ausgabe von Ciceros Catil. Reden und hoffte, dass nun eine bessere Aera für das Gymnasium beginnen werde. Mit jugendlichem Eifer und Ungestüm griff denn auch der neue Direktor in die bestehen-
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