Aufsatz 
Beispiel einer Phraseologie, wie sie vielleicht in Schulen nicht nur zu dulden, sondern einzuführen wäre, wenigstens in den beiden obern Klassen
Entstehung
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terſprache uͤbertragen und verpflanzen ſollen. Stollberge, Voſſe, Ran ler, Wie⸗ lande, Buͤrger, Kuͤttner, Gedike, Große, Oſtertage und andere machen dem Genius unſers Jahrhunderts in dieſem Fache der Litteratur Ehre. Dies wird der Kenner nicht bezweiflen, und iedem Schullehrer ihre Werke in die Haͤnde geben; gleich einem Spie⸗ gel, worin ſie ihr ganzes Selbſt, es mag klein oder gros ſein, beſehen koͤnnen: ia ich mache mir keine ruͤhmliche Vorſtellung von dem Manne an der Schule, der ſie nicht kennt, der ſie nicht ſtudirt und nuͤzet.

Aber was meinen Sie, Meine Herren, wie muͤßten die Lehrer, denen Sie Ihre Kin⸗ der zur Bildung uͤbergeben, ſolche koͤſtliche Muſter ſtudiren? Sie ſollten, um mich kurz zu faſſen, auf den Fall, wo ſie aus eigner Schnellkraft des Kopfes und der erworbenen Fertigkeiten ſelbſt nicht prufen und urtheilen können, die Werke ſolcher Ueberſezer im Schul⸗ vortrage zu Grunde legen, ſich ſelbſt und ih⸗ ren Geſchmak nach ihnen bis zur Vertrau⸗ lichkeit bilden, und dann mit Verleugnung der kleinen Eigenliebe, die immer hervor⸗ ſpringt, die fremde Rolle auf dem Lehrſtuhle, wie ein guter Akteur, gut ſpielen, das iſt, ganz Ramler und Wieland, oder Oſter⸗ tag und Große ſein, wo ſie nichts Eignes mit Vortheil ſein koönnen. Mehr fordere ich nicht von ihnen, wiewohl ich auch da ſchou ſehr viel fordre; nur doch uͤber Kraͤfte nichts, die ſich fuͤr die Schule ſtimmen. Andre m' en, wenn ſie ſich fuͤhlen und ſelbſt thäͤtig

d, einen andern Weg waͤhlen; moͤgen in 441 er