Aufsatz 
Naturwissenschaft, Glaube, Schule / von J. Berger
Entstehung
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iſt die Allmacht, indem ſie es vermag, aus dem Unendlichkleinen das Unendlichgroße zu ſchaffen, indem aus ihr alles hervorgeht. Sie iſt Allgegenwart, da ſie überall da iſt. Sie iſt Weisheit, da ſie mit unendlicher Einfachheit und Harmonie ſchafft. Sie iſt Liebe, da die Ausgleichung zweier Pole nur Verſöhnung iſt. Sie iſt auch Gerechtigkeit, da jedem der beiden Pole in der Ausgleichung ſein Recht gewährt wird. Niemals konnte der Menſch ein tieferes Bild der Gerechtigkeit erſinnen, als die Wage. Auch ſie beruht auf der Dreiheit; denn die beiden Punkte(Pole) ihres Wage⸗ balkens ſollen in ihrem Mittelpunkte(dem Zünglein) verſöhnt, aus⸗ geglichen, d. h. in's Gleichgewicht gebracht werden. Die Drei⸗ faltigkeit der Natur iſt der Puls, der Nerv, das Leben des Welt⸗ alls.Gottes Weisheit iſt ewig, ſagt der große Kirchenvater Auguſtinus,die Weisheit ſein Sohn, die Liebe beider zu ein⸗ ander bildet die Dreiheit! Der Meiſter wie ſein Werk! Werfen wir, vom materialiſtiſchen Standpunkte ausgehend, einen Blick auf das, was die Naturwiſſenſchaften geleiſtet haben; ſo ſehen wir, daß das Meiſterwerk der irdiſchen Schöpfung, der Menſch, in den Laboratorien, Fabriken u. ſ. w. aus der Natur heraus gleichſam eine zweite künſtliche Natur, wenn der Ausdruck erlaubt iſt, geſchaffen hat. Mit Stolz nennt er dieſe ſeine Schöpfung! Mit Stolz ſetzt er eine Dampfmaſchine, um ein Bei⸗ ſpiel herauszunehmen, in Bewegung; und ſo lange er's an Feuer und Waſſer nicht fehlen läßt, verharrt ſie in dieſer Bewegung, und regulirt dieſe auf eine bewunderungswürdige Weiſe ſich ſelbſt, ohne weitere Beihilfe ihres Meiſters. Laſſen wir im Geiſt dieſes Werk und ſeine Bewegung an Qualität, Raum und Beſtändigkeit ſich ändern und zunehmen, kommen wir ſo zu einer bei weitem voll⸗ kommneren künſtlichen Natur; ſo muß ihr Meiſter, ſeinerſeits von der großen Natur hervorgebracht, viel vollkommner ſein als der Menſch. Einen ſolchen hervorzubringen, iſt dieſe Natur wohl fähig, die neben der winzigen Erde die rieſigen Weltkörper hervor⸗ zubringen fähig war. Laſſen wir das Kunſtwerk immer wachſen, ſo daß es einen immer größeren Meiſter vorausſetzt; ſo kommen