Aufsatz 
Naturwissenschaft, Glaube, Schule / von J. Berger
Entstehung
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Pflanzen⸗ und Thierreich erſcheinen, in deren jedem Einzelnen wieder die Dreitheilung hervortritt, die ſich bei dem Menſchen bis auſ's Kleinſte verfolgen läßt(Carus, Symkbolik der menſch⸗ lichen Geſtalt, Seite 58 62), daß ferner in der Farbenlehre drei Grundfarben, in der Tonkunſt der Dreiklang, die Grundlage bilden, daß ferner überhaupt in der Kunſt dieſe Dreitheilung auftritt, indem z. B. in jedem Gedicht, ſei es lyriſch, epiſch oder dramatiſch, Einfüh⸗ rung, Verknüpfung, Löſung ſich zeigt, daß der Kampf zwiſchen Gut und Bös, Schmerz und Freude zum Frieden, zwiſchen Harmonie und Disharmonie zum ſchönen Ganzen im Reich der Töne ſowohl als der Farben führen, u. ſ. w., findet die tiefergehende Wiſſenſchaft (vergl. K. Müller in der materialiſtiſchen Zeitſchriftdie Natur, Jahrgang 1857) überall die in der Religion aller Völker gehei⸗ ligte Dreieinigkeit in der Ausgleichung der Gegenſätze wieder. Der magnetiſche Nord⸗ und Südpol finden dieſe Ausgleichung in der ſogenannten Indifferenzzone. Zertheilt man einen ſolchen Magneten, ſo zeigt jedes Stück dieſelben Eigenſchaften. Bei weiterer Theilung tritt dasſelbe wieder ein und zeigt ſich die Polarität und ihre Aus⸗ gleichung auch noch in dem Stäubchen. Die poſitive und negative Elektricität finden ihre Vereinigung und Ausgleichung in dem elektri⸗ ſchen Funken als Drittem. Ein elektropoſitiver Körper und ein elektronegativer verbinden ſich, wie die Chemie zeigt, zu einem Drit⸗ ten, das wieder als Säure oder als alkaliſcher oder als neutraler Körper auftritt; und wieder vereinigen ſich die beiden erſteren als Gegenſätze zu einem Dritten im Salze. Anziehung und Abſtoßung, die Urſache dieſer Vorgänge, hat man mit dem Namen Wahlver⸗ wandtſchaft belegt. Wie hier im Kleinen, ſo finden wir Anziehung und Gegenanziehung, Schwung⸗ und Anziehungskraft zur Erzeugung des Kreislaufes in unſerm Sonnenſyſtem ſich vereinigend, überall Wirkung und Gegenwirkung Bewegung oder Ruhe erzeugend. Es iſt kaum nothwendig, auf die organiſche Welt der Pflanzen und lebendigen Geſchöpfe aufmerkſam zu machen.Es iſt wunderbar, ſagt K. Müller,wie man die Dreizahl überall ſindet, wohin man auch blickt. Sie iſt die Einheit und doch auch die Vielheit. Sie