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Art und Weiſe, wie die unerklärte Kraft auf den Stoff wirkt, wie jene Atome ſowohl als die Welten an einander gekettet werden, wie das Formloſe zu unorganiſchen und organiſchen Formen ſich geſtaltet, iſt ihm bis jetzt unbegreiflich.
Während der Menſchengeiſt im Glauben von dem unbe⸗ griffenen Schöpfer herabſteigt auf das unbegriffene Daſein, um dieſes durch jenen und wieder umgekehrt ihn durch dieſes zu er⸗ kennen, erfaßt er in den Naturpiſſenſchaften letzteres in ſeinen Einzelerſcheinungen, ſucht die Beziehungen derſelben zu einander auf, ſcheidet Gleichartiges von Ungleichartigem. Die Einzel⸗ erſcheinung verliert als ſolche ihre Selbſtändigkeit und wird dem ſo aufgefundenen Geſetze untergeordnet. Den einzelnen Geſetzen ſoll dasſelbe widerfahren: ſie ſollen in allgemeineren aufgehen. Wären auf dieſe Weiſe alle Geſetze gefunden, und wären ſie alle wieder in dem einen oberſten Geſetze aufgegangen, das die Un⸗ endlichkeit in Zeit und Raum umfaßt; ſo wären Kraft und Stoff, ihre Beziehungen zu einander und zu ihrem Urheber erkannt, be⸗ griffen. Die Wiſſenſchaft wäre alsdann zu ihrem dunkeln Aus⸗ gangspunkt bei hellem Tage wieder zurück⸗ und zu ihrem Ziele gelangt; ſie hätte ihre Aufgabe gelöſt, wie ſie ſchon im Alterthum in dem Worte Natur geſtellt war.*) Während ſie alſo mit dem Glauben denſelben Kreis in demſelben Menſchengeiſte, aber in umgekehrter Richtung zu durchlaufen ſtrebt, ſchließen beide in ihrem Fortſchritte einander aus; in dem Maße als das Wiſſen vorſchreitet,
*) Claſſen: Geſchichte des Wortes Natur, Frankfurt a. M., Sauer⸗ länder, S. 15:„Suchen wir noch einmal die ſo entfaltete Bedeutung des Wortes(Natur) auf den gemeinſamen Urſprung des zu Grunde lie⸗ genden Gedankens zurück zu führen, ſo ergibt ſich, daß in beiden alten Sprachen die polytheiſtiſche Religionsanſchauung, ſo viele Vertreter ſie auch für die das Leben und die Welt erfüllenden Erſcheinungen aufſtellte, doch das Bedürfniß übrig ließ, einer höchſten Macht, von welcher die Entſtehung und Erhaltung aller Dinge ausgehe und abhänge, Ausdruck zu geben. Dieſe das Weltall im Ganzen wie im Einzelnen durchdringende ſchöpferiſche Kraft nannten ſie„us, natura.“


