Aufsatz 
Zur Berechnung der barometrischen Höhenformel / Bender
Entstehung
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Bereits haben Prediger¹), Bauernfeind und Andere nachgewieſen, daß der Mißcredit, in welchen dieſe Vermeſſungsart, insbeſondere durch Pick, gebracht wurde, nicht ganz begründet ſei, und daß es unter Anwendung der neueren, verbeſſerten In⸗ ſtrumente ²) dem Fleiße der beobachtenden Gelehrten unzweifelhaft gelingen werde, aus der Vergleichung der verſchiedenen Vermeſſungsweiſen die Varianten der praktiſchen Ausführung auf ein Minimum zu bringen.

Da ſich die bedeutendſten Männer an den Unterſuchungen über dieſen Gegenſtand betheiligt haben und bei Aufſtellung der barometriſchen Höhenformel die verſchiedenar⸗ tigſten Einflüſſe in Rechnung gebracht werden mußten, mithin die Veranlaſſung nahe lag, die phyſikaliſchen Geſetze derſelben theoretiſch und praktiſch zu prüfen und zu be⸗ gründen, ſo verdankt gerade dieſen Nebenunterſuchungen die Wiſſenſchaft einige der wich⸗ tigſten und intereſſanteſten Reſultate. Es datiren aus dieſer Periode die Ermittelung der Miſchungsverhältniſſe der Dunſt- und Gasarten, welche die Atmoſphäre zuſammen⸗ ſeben, die Beſtimmung der Ausdehnungscoefficiente, der ſpecifiſchen Gewichte, der Elaſticitätsgeſetze, der Einflüſſe der verſchiedenen Breitegrade auf die Schwere und ſehr wichtige meteorologiſche Ergebniſſe ³).

Es würde viel Zeit und Naum in Anſpruch nehmen, wollte ich eine genaue Zu⸗ ſammenſtellung aller Verſuche, Beobachtungen, Erfahrungen und Berechnungen liefern, welche ſeit mehr denn 200 Jahren mit der barometriſchen Höhenmeſſung in Verbindung gebracht wurden; dem Zwecke dieſer Blätter entſprechend, habe ich mich daher ſpeciell auf die barometriſche Höhenformel beſchränkt und in dem Nachſtehenden mir die Auf⸗ gabe geſtellt, aus den verſchiedenen Entwicklungsmethoden die intereſſanteſten herauszu⸗ wählen, dieſelben auf Grundlage des Mariotte'ſchen Geſetzes und der Theorie des Ba⸗ rometers wiſſenſchaftlich zu begründen und unter ſich in Beziehung zu bringen, ſowie die Hauptreſultate der Unterſuchungen über die Genauigkeit der barometriſchen Höhen⸗ meſſungen mitzutheilen.

*) C. Prediger: Ueber die Genauigkeit barometriſcher Höhenmeſſungen. Clausthal, 1860. Bauernfeind: Beobachtungen und Unterſuchungen über die Genauigkeit barometriſcher Höhen⸗ meſſungen ꝛc. München, 1862.

¹) Wie ſolche nach W. Weber's Vorſchlag,(Poggendorf, Annalen. Band 40. S. 28) und durch Greiner in Berlin und Kapeller in Wien ausgeführt ſind.

³) Wohl wenige Fragen der Wiſſenſchaft wurden mit ſo viel Aufopferung und Mühe zu löſen ge ſucht. Mit dem Barometer in der Hand beſtieg Alexander von Humboldt den Pic von Teneriffa, den Chimboraſſo, den Antiſana ꝛc., Sauſſure den Montblanc, Zumſtein den Monte⸗ Roſa; mit dem Barometer erhob ſich Gay⸗Luſſac 22000, und noch heute ſtehen bei allen kühnen Bergbeſteigungen und Luftſchifffahrten die barometriſchen Unterſuchungen in erſter Linie.

*) Von der reichen Literatur führe ich, außer den ſchon erwähnten, nur diejenigen Schriften und Abhandlungen an, durch welche die Theorie der Barometermeſſung weſentlich gefördert wurde.

Arago in Verbindung mit Gay-Lussac. Recueil d'observations géodésiques etc. Paris 1809.

D'Aubuisson: Traité de Géognosie, überſetzt von Wildemann. Dresden, 1822. Journal de Physique. LXXI. 6.

Baeyer: Abhandlungen über eine neue Formel zum Höhenmeſſen mit dem Barometer, in Poggendorf Annalen. Band XCVIII. p. 371 396.

Bauernfeind: Elemente der Vermeſſungskunde. München 1858, zweite Auflage 1862.

Baumgartner: Naturlehre, 5. Auflage. Wien, 1836 und Supplemente, 1831.

Benzenberg: höhere Rechenkunſt und Trigonometrie, Düſſeldorf 1832.

Beſſel: Beſtimmung der Länge des einfachen Secundenpendels, 1837; die Gradmeſſung in Hpeuſden⸗ Berlin 1838; Abhandlung in den aſtronomiſchen Nachrichten, Band XII.,

T.

Biot: Traité d'astron. phys. T. III. und Additions p. 23. 6 XXVI.; ferner: Mém. de l'Instit. Nat. pour 1806..