Aufsatz 
Zur Geschichte des realistischen Schulwesens in dem vormaligen Herzogthum Nassau : vom Jahre 1817 bis 1861 incl. eine historische Skizze / Bellinger
Entstehung
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Sprachen, der Mathematik, der Naturwissenschaften studiren wollen, um sich später dem Lehrfache cet. zu widmen, vorgebildets. In dieser Erläuterung des Zieles des Real- gymnasiums ist die allgemeine Ausbildung schärfer accentuirt, als dieses bezüglich der übrigen realistischen Anstalten des Landes früher und später geschehen ist.

Das Realgymnasium trat mit Ostern 1845 ins Leben und es wurde nach Massgabe des Gesetzes mit demselben die städtische Realschule dergestalt in Verbindung gesetæt, dass sie in Beziehung auf den Unterrichtsplan ein Ganzes bildeten. Die Anstalt fing darum sogleich mit 6 Klassen mit einjährigen Lehrkursen an, zu denen mit Ostern 1846 noch die siebente Klasse kam. In dem ersten Jahre wurde in den beiden Unterklassen noch kein Unterricht im Lateinischen ertheilt, dagegen wurde er in den 4 Oberklassen mit 3 wöchentlichen Stunden im Sommer und 2 im Winter begonnen, also mit einer so seringen Stundenzahl, dass damit der Zweck der Anstalt nur wenig gefördert werden konnte. Später wurde er zwar mit einer grösseren Stundenzahl bedacht, allein auch in den folgenden Jahren wurde ihm nicht so viele Zeit gewidmet, wie er alsallgemeines logisches Bildungsmittel und grundlegende Vorbereitung des grammatischen Sprachstu- diums überhaupt und insbesondere der neueren Sprachen beanspruchen musste. Eine ins Einzelne gehende Darstellung der mannigfachen Abänderungen resp. der zeitweisen Bewegung innerhalb des im Gesetze im Allgemeinen vorgeschriebenen Unterrichtsmaterials kann hier unterbleiben, da eine specielle Geschichte des Realgymnasiums von einem Mit- gliede des Lehrerkolleges in Aussicht gestellt ist. Zur Vergleichung der den einzelnen Lehrobjekten in den 7 Klassen gewidmeten Zeit mag der Lektionsplan aus dem Jahre 1851 dienen: Deutsch:(in VI) 6,(in VI) 4,(in V) 3,(in IV) 3,(in II) 3,(in II) 3, (in D 4; Latein: 6, 4, 3, 3, 3, 3, 3; Französisch: 0, 4, 4, 3, 3, 3, 3; Lnglisch: 0, 0, 3, 3, 2, 2; Religion: 2 St. in jeder Klasse; Geographie 4, 3, 2, 1, 0, 0, 0; Geschichte: 0, 2, 2, 2, 2, 2, 2; Rechnen: 4, 3, 3, 1, 0, 0, 0; Geometrie; 2, 3, 3, 3, 3, 3, 3; Arith-

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metik: 0, 0, 2, 2, 2, 2, 2; Naturgeschichte: 2(Zoologie), 2(desgl.) 2(Botanik), 2(dsgl.),

2(dsgl.), 2(Mineralogie), 2(dsgl.); Physik: 0, 0, 2, 2, 2, 2, 2; Chemie: 0, 0, 0, 2, 3, 3, 3; Schreiben: 4, 3, 2, 0, 0, 0, 0; Freies Zeichnen: 0, 3, 2, 2; Linearzeichnen: 0, 0, 1, 1; freies Zeichnen und Linearzeichnen in 3 Stunden in den 3 Oberklassen; Singen: 2, 1, 1, 1, 1, 1, 1. Zur Unterhaltung der Gesammtanstalt wurde wegen der Uebernahme der 4 früheren städtischen Realklassen Seitens des Staates aus der Gemeindekasse ein jährlicher Zuschuss von 1200 fl. gegeben; was weiter nöthig war, musste aus der Staats- kasse bestritten werde..

Die Verbindung der städtischen Realschule mit dem Realgymnasium zu einem Ge- sammtorganismus blieb jedoch nur bis zum Jahre 1857 bestehen. Schon einige Zeit vor diesem Jahre hatte die Gemeinde Wiesbaden es für wünschenswerth gefunden, im Interesse ihrer Bewohner eine Anstalt zu besitzen, in welcher der Erlernung der neueren fremden Sprachen, namentlich der französischen und englischen mehr Zeit gewidmet würde, als dieses in den 4 Unterklassen des Realgymnasiums in ihrem Zusammenhange mit den Oberklassen der Fall sein konnte. Die Regierung gab dem Ansuchen der Gemeinde nach,