Aufsatz 
Vergleichende Grammatik : und ihre Verwertung für den neusprachlichen Unterricht an höheren Lehranstalten, zunächst auf dem Gebiete des Französischen / von H. Behne
Entstehung
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erforderliche Einübung in der Stunde und das repetitionsweiſe Abfragen der zweiten Stunde eine bequeme Handhabe zu ſchaffen.

Ich habe aber in der vielbeſprochenen Frage nochmals das Wort ergriffen, um einerſeits aller⸗ dings mich noch einmal zur dargelegten Grundanſchauung zu bekennen, andererſeits aber zugleich bezüglich der Durchführung derſelben folgende Punkte auf Grund weiterer Erfahrungen zu berichtigen.

1. Ich habe Progr. 1881 eine Andeutung der Gebirge(die übrigens in den meiſten jener Zeichnungen ganz wegbleiben konnten, da ſie der Eintragung aus freier Hand überlaſſen waren) durch dickere Striche auf mittleren Stufen für zuläſſig erklärt, indem ich(S. 6, Anm.) eine weitere Erörterung über ſkizz. Darſtellung der Gebirge auf oberen Stufen ſpäterer Darlegung vorbehielt. Mittlerweile iſt der Debes'ſche Zeichen⸗Atlas von Kirchhoff und Lehmann erſchienen. Die in den Erläuterungen zu dem⸗ ſelben*) in Vorſchlag gebrachte Andeutung der Gebirge durch nach auswärts geſchwungene Bogen kommt meiner Anſchauung ſo nahe, daß ich ſieheute einfach adoptiere. Ich habe mich davon überzeugt, daß auch auf mittleren Stufen durch eine ſolche Darſtellungsweiſe eine weſentliche Erſchwerung der Aufgabe nicht eintritt.

2. Die Grad⸗Einteilung und ihre Andeutung in der Skizze hatte ich der freien Eintragung vor⸗ behalten. Ich habe mich aber davon überzeugt, daß mit der freien Andeutung dem Zufall überlaſſen dieſelbe zu leicht der Vergeſſenheit anheimfällt. Wenn ich bei dem Entwurf meiner Schemata von einer unbedingten Baſierung auf das Gradnetz Abſtand nahm, ſo ging ich dabei von dem Gedanken aus, daß das Skizzenbild von dem Kartenbild des gewöhnlichen Schul⸗Atlas nicht abzuweichen habe. Da ein Gradnetz in Kurven aber für die Skizze ſchwer zu verwerten war, ſo begnügte ich mich mit der Forderung, nach gewiſſen Anhaltspunkten einige Grade aus freier Hand anzudeuten. Muß aber zur Erreichung einer befriedigenden Skizze ein Uebel mit in Kauf genommen werden, ſo ſei es das geringere; die doppelte Vorlage eines Kartenbildes auf Grund eines Kurven⸗ und eines geradlinigen Gradnetzes erſcheint mir aber heute als das geringere Uebel im Vergleich zu dem andern, das darin beſteht, daß die für das geogr. Verſtändniß unerläßliche Andeutung und unbedingt notwendige Einprägung einiger Grade zu kurz kommt. Ich gebe deshalb heute der geradlinigen Ausführung des Gradnetzes für die geogr. Skizzierung den Vorzug, unter der Vorausſetzung, daß neben dem gewöhnlichen Atlas für das geogr. Zeichnen Kartenbilder mit geradlinigem Gradnetze in den Händen der Schüler, ſind und lege gegenwärtig meinen Skizzen den Zeichen⸗ Atlas von E. Debes zu Grunde, welcher in der engſten Verbindung mit der Kirchhoff'ſchen Schulgeo⸗ graphie**) ſteht, obſchon ich in der Benutzung derſelben von dem in den Erläuterungen zu dem betreffenden Atlas ausgeſprochenen Standpunkt immer noch weſentlich abweiche. Ich habe demgemäß meine Schemata unter weiterer Vereinfachung der Zahl der Anhaltslinien und Anhaltspunkte von dieſem Geſichtspunkte aus umgearbeitet und das notwendige Hülfsgerüſt auf ein geradliniges Gradnetz baſiert. Während die ausgeführte Karte aber eines vollſtändigen Gradnetzes bedarf, muß die Skizze im Unterrichte ſich mit wenigen Breitegraden und noch weniger Meridianen begnügen. Ein ausgeführtes Gradnetz wenn auch geradlinig ſchafft mit Rückſicht auf die verſchiedene Größe der Länge und Breitegrade einen viel komplizierteren Apparat, als derjenige iſt, der von Seiten der konſtruktiven Methode im äußerſten Falle gefordert worden iſt.

*) Erläuterung zum Gebrauche des Zeichen⸗Atlas S. 7:Hierzu empfehlen ſich nach auswärts geſchwungene Bogen, welche der natürlichen geometriſchen Geſtalt der Gebirge beſſer entſprechen als bloße dicke Striche und doch zugleich auch von dem kleinſten Schüler leicht und ſchnell ausgeführt werden lönnen. Ihre ſteilere oder ſanftere Krümmung nebſt verſchiedener Linienſtärke vermögen dann zugleich die größere oder geringere Steilheit resp. Höhe des Aufſtieges anzudeuten. Die Verwendung von Schraffen für die Gebirgsdarſtellung erſcheint für die Schülerzeichnung durchaus unzweckmäßig u. ſ. w.

«**) Die Schulgeographie von Alfred Kirchhoff(Halle a. S., Verlag der Buchhandlung des Waiſenhauſes, 1882) gehört zu dem Beſten, was uns das neue Jahr gebracht hat. Ich zweifle nicht daran, daß dieſelbe in kurzer Zeit die weiteſte Verbreitung finden wird.