Aufsatz 
Zu Schillers Wallenstein / von Hubert Beckhaus
Entstehung
Einzelbild herunterladen

113.

So sieht ihn Marx: Wohl dem Ganzen, findet Sich einmal einer, der ein Mittelpunkt Für viele Tausend wird, ein Halt, sich hinstellt Wie eine feste Säul', an die man sich . Mit Lust mag schliessen und mit Zuversicht. 1.

Wie wäre sonst ein Max in seiner Begeisterung für Wallenstein denkbar oder auch ein Cktavio, ein Buttler.

Ordnung und Zucht sind güttziche Mittel, die Wallenstein im Heere nicht entbehren konnte, und die sich jetzt gegen ihn wenden, wo er durch Verrat die alten Ordnungen bedroht. Darum zaudert Wallenstein so, den letzten Schritt zu thun:

Und was ist dein Beginnen? Hast du dir's Auch redlich selbst bekannt? Du willst die Macht, Die ruhig, sicher thronende erschüttern, Die in verjährt geheiligtem Besitz, In der Gewohnheit festgegründet ruht, Die an der Völker frommem Kinderglauben

Miit tausend festen Wurzeln sich befestigt.

Das ewig Gestrige, Was immer war und immer wiederkehrt, Und morgen gilt, weil's heute hat gegolten, das uennt er das gefährlich Furchtbare. Und wie ihm der schwedische Oberst Seuralät wird, fühlt er's tiek:Noch ist sie rein, noch! das Verbrechen kam Nicht über diese Schwelle noch. So schmal ist Die Grenze, die zwei Lebenspfade scheidet.

Es ist der berühmte Monolog Wallensteins,(W. T. 1. 4.) dem aule diese Worte Lttnocinen sind, den Goethe mit Recht die Axe des Stückes nennt.

In einem Aufsatz in der Allgemeinen ZAtang F vom März 1799 über die erste Anführung Ler Piccolomini sagt Gocthe:

So lange er seiner Pflicht gemäss handelte, reizt ihn der Gedanke, dass er allenfalls mächtig geuug sei, sie übertreten zu können, und in dieser Aussicht auf Willkür glaubt er sich eine Art von Freiheit vorzubereiten. Jetzt aber, in dem Augenblick, da er die Pfiicht übertritt, fühlt er, dass er einen Schritt zur Knechtschaft thue; denn der Feind, an den er sich anschliessen muss, wird ihm ein weit gestrengerer Herr, als ihm sonst der rechtmässige war, ehe er dessen Vertrauen verlorw.

Ob Wallenstein den Verrat begeht oder nicht, darauf kommt's an. Insbesondre zeigt der erste Akt von Wallensteins Tod, wie alles auf dies Ziel drängt. Zuletzt treibt die Grätin Terzky. Um jeéedes Gefühl von Anhänglichkeit an den Kaiser zu ersticken, erinnert sie ihn, wie er einst mit des Kaisers Genehmigung frevelhaft im Reich gewirtschaftet, worauf Wallenstein entgegnet:Von dieser Seite sah ich's nie. So treibt die Erinnerung an begangenes Unrecht mit zu neuem Frevel. Nur insoweit hat Werder recht. Gewiss! wäre Wallenstein nicht der rücksichtslos Ehrgeizige, der, um höher zu steigen, dem Kaiser ein solches Heer geschaffen hatte, er würde auch nicht einen Verrat begehn, um die Hand nach einer Krone auszustrecken. Aus seinem eignen Charakter erwächst die neue Frevelthat. Aber diase letztere ist es, um die sich alles im Sticke dreht. Der Verrat am Kaiser