Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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1 Weiter findet sich das Gebilde östlich von Stockheim(hier reich an stark sandigem Pliozänton), zwischen Michelstadt und dem Heuberg und auf der Hochfläche, nordöstlich von der Marbach, im Mossautal. An allen diesen Orten sind aber die Aufschlüsse weniger günstig, sodass man die Struktur und die Zusammensetzung der betreffenden Massen nicht so deutlich erkennen kann.

32. Etzean, Beerfelden, Airlenbach und Uffenbach. Auch im Quellgebiet der Mümling sind glaziale Erscheinungen beschrieben worden. Am Hardtberge, südlich und am Schimbüschel, westlich von Etzean, sind durch Sandgruben in einer Mächtigkeit von über 3 m ungeschichtete, festgepackte Haufwerke von Buntsandsteinmaterial aufgeschlossen, die in ihrer Struktur grosse Aehnlichkeit mit Grundmoränen besitzen. Diese Haufwerke bestehen aus teils scharfeckigen, teils auch deutlich gerundeten Buntsandsteintrümmern, die in ihrer Grösse von kleinen Geröllen bis zu Blöcken von mehr als 0,5 m wechseln, ohne alle Sonderung nach der Grösse, in über- aus fester Packung, wobei die Zwischenräume zwischen den Geröllen und Blöcken durch einen lehmigen, gleichfalls aus Buntsandstein hervorgegangenen Sand ausgefüllt werden. Die Sand- steintrümmer gehören anscheinend sämtlich dem Hauptkugelhorizonte an, der ja in der Um- gebung jener Aufschlüsse vorherrscht; fremdes Gesteinsmaterial, ja auch andere Buntsandstein- horizonte sind nicht nachweisbar. Die Buntsandsteintrümmer und der sie verbindende lehmige oder tonige Sand sind sehr stark ausgebleicht.

Aehnliche Ablagerungen finden sich auch bei Beerfelden und Airlenbach durch Wegeinschnitte aufgeschlossen. Bei Airlenbach kommen auch neben den festgepackten, völlig ungeschichteten Sandsteinhaufwerken deutlich geschichtete weisse, grösstenteils stark sandige Tone, sowie tonige oder reine Sande vor, die aus jenem ersteren durch Aufarbeitung und Auf- schlemmung seitens fliessenden Wassers entstanden sein dürften. Diese Ablagerungen befinden sich zum grösstenteil auf der Hochfläche selbst, und zwar auf einem so ebenen Gelände, dass man dieselben nicht als junge Gehängeschuttbildungen ansehen kann, wogegen auch ihre über- aus feste Packung spricht, sowie die starke Ausbleichung, welche auf ein ziemlich hohés Alter der Ablagerung schliessen lässt. Klemm bezeichnet daher die fraglichen Buntsandsteinschutt- massen wegen ihrer moränenartigen Struktur und ihres hohen Alters als grundmoränenartige Ablagerungen der Haupteiszeit, um ihre Verschiedenheit von rezenten Gehängeschuttbildungen zu betonen.

In naher Beziehung zu diesen Ablagerungen stehen Massen, die besonders im Ulfen- bachtale als breite Streifen, die oft eine besondere Talstufe bilden und vielfach am Aus- gange der Täler zu auflälligen Talspornen angehäuft sind, die Gehänge bekleiden; diese verhüllen die an den unteren Teilen der Gehänge ausstreichenden Stufen des Buntsandsteins, besonders die Schieferletten, völlig. Klemm bezeichnet diese alsAbhangsschutt 2. T. glazialen Ursprungs. Denn diese fast nirgends gut aufgeschlossenen Buntsandsteinschutt- massen liegen zum grossen Teil an Stellen, an denen eine rezente Abhangsschuttbildung nicht mehr stattfindet. Dies geht schon daraus hervor, dass an anderen Orten an analogen Stellen eine Uberlagerung derartiger Schuttmassen durch echten primären Löss nachzuweisen war.

33. Hainstertal bei Würzberg. Am Ausgange des Hainstertales, östlich von Würz- berg ragt in ähnlicher Weise, wie es oben schon bei Erzbach beschrieben wurde, ein Block- damm wie ein Talsporn in das Haupttal hinein. Auch dies Haufwerk von grossen Blöcken erinnert an die von Chelius als Endmoränen angesprochenen Gebilde am Rodenstein.

34. Ohrenbach, Vielbrunn uad Weitengesäss. Diesen Querwällen im Tale sind auch ähnlich 3 Talstufen unterhalb Vielbrunn gegen Ohrenbach im Flussgebiet der Mudau, welche