Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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unweit der Strasse von Kleestadt nach Schlierbach, ist über gelbem pliozänen Ton ein braungelber, sandiger, aber im trockenen Zustande sehr fester Lehm aufgeschlossen, welcher neben vielen Geröllen und Fragmenten von Buntsandstein auch solche von Quarz und Graniten des krystallinen Grundgebirges enthält. Auch umschliesst derselbe häufig Fetzen des Tones, welcher seine Unterlage bildet. Hierdurch erhält das Ganze eine echt moränenartige Struktur, wie sie z. B. an vielen Aufschlüssen des Geschiebelehms im norddeutschen Diluvium ausge- bildet ist.

Auch an denBuchertsgräben, südöstlich von Schlierbach, finden sich ähnliche Gebilde vor, sind aber hier nicht so gut aufgeschlossen, wie bei Schlierbach.

23. Gross-Ostheim. Im Tale des Pflaumbaches, eines Nebenbaches des Mains, das unterhalb Aschaffenburg in diesen mündet, sind an ein paar Stellen Überreste glazialer Bildungen erkennbar. Ein aus Buntsandsteinmaterial bestehendes grundmoränenartiges Gebilde war in einem Wegeinschnitt, südlich von der Frauenkapelle, bei Gross-Ostheim aufgeschlossen.

24. Mosbach und Radheim. Weiter oberhalb befindet sich im NW von Mosbach auf'm Satz ein guter Aufschluss des grundmoränenartigen Gebildes und ebenso bei Radheim, wo es von einer Lössschicht überdeckt wird.

25. Maintal. An den linken Gehängen des Maintales tritt uns in der Nähe von Obernburg eine glaziale Ablagerung von sehr bedeutender Mächtigkeit und Verbreitung entgegen.

Die grundmoränenähnlichen Massen im Maintale stellen sich als eine völlig ungeord- nete Anhäufung von Buntsandsteinblöcken undFragmenten dar, welche durch roten, mehr oder weniger sandigen Lehm, der das feinste Zerreibungsprodukt des Sandsteins zu sein scheint, Verkittet sind. Das Material, in dem jede Andeutung von Schichtung fehlt, ist fest gepackt. Die meisten Buntsandsteinblöcke sind noch scharfeckig und Kantig, manche jedoch sind auch etwas gerundet. Die Verteilung der Stücke in der Grundmasse ist sehr wechselnd, indem bald nur kleine oder grosse, bald unter kleinen, sehr scharfkantigen Stücken, grosse Blöcke zu- sammenliegen. An der Gabel der Strassen von Obernburg nach Wörth und Mömlingen lässt sich an dem freigelegten Talgehänge die moränenartige Struktur gut beobachten. Man sisht, dass dort vereinzelt mehrere Meter grosse Blöcke vorkommen, welche man leicht fär anstehend halten könnte. Viele Sandsteinblöcke daselbst stehen auf der Spitze oder einer scharfen Kante in dem lehmigen Material eingebettet Zerbrechungen, Trennungen der Teil- stücke sind gleichfalls oft zu beobachten. And're Gesteine als Buntsandsteine konnten in dieser Ablagerung nicht gefunden werden; auch die Grundmasse, welche die einzelnen Frag- mente zusammenhält, lässt keine fremde Beimischung erkonnen; sie stammt zweifellos zum grossen Teil aus den roten Buntsandsteinletten. Das Bindemittel, der sandige rote Lehm wird nach dem Trocknen sehr fest und unterscheidet sich scharf von dem lockeren, reinsandigen Produkt, das bei der Verwitterung des anstehenden Buntsandsteins gebildet wird. Um den Gegensatz zwischen den beiden Gebilden zu veranschaulichen, führt Klemm die von ihm hierüber ausgeführten mechanischen Analysen an. Er stellt dem grundmoränenartigen Gebilde in Kunigs Steinbruch, nördlich von Obernburg, gegonüber den Verwitterungsschutt. des Bunt- sandsteins von Mömlingen, westlich von Obernburg. D)ie Schichten, von denen dies Ver- witterungsprodukt herstammt, sind dieselben, welche bei Obernburg von dem moränenähnlichen Gebilde überlagert werden, nämlich oberer Pseudomorphosensandstein mit Lettenbänken. Aus den beiden Gebilden wurden vor der Untersuchung die Steine über 5 cm ausgelesen.