Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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Teil einander widersprechenden Ansichten, dass eine vollständig befriedigende Erklärung für die Erscheinungen am Hardtberg bei Gross-Umstadt noch nicht erzielt ist.

Beim Abstiege vom Hardtberg nach Klein-Umstadt durchschreitet man eine mehrere Meter tiefe Hohle, die unter einer manchmal recht mächtigen Lössdecke gleichfalls einen vielfachen Wechsel von Granit und Schiefer erkennen lässt. An vielen Stellen sind hier starke Umbiegungen der Schichtenköpfe angedeutet. Von Klein-Umstadt führt in östlicher Richtung nach dem Geiersberg eine Honl, in welcher sich ein typischer Blocklehm, reich an Schollen des krystallinen Grundgebirges befindet. Auch an mehreren anderen Stellen bei Klein-Umstadt, so z. B. beim Bahnhof und nordöstlich davon an der Bahnlinie finden sich ähn- liche Gebilde. Vielleicht wären auch trotz der vorhandenen groben Schichtung die Porphyr- schuttmassen am Sattel zwischen Heinrichberg und Knos an der oberen Kuhhohl bei Gross- Umstadt zu diesen Gebilden zu stellen.

19. Bockenrod und Morsberg. In den höheren Teilen des Böllsteiner Gebietes sind nur wenige Gebilde, die als Reste der Eiszeitwirkungen aufgefasst werden dürfen. Im Quellgebiet der Gersprenz finden sich am Morsberg, bei Bockenrod und anderen Stellen grund- moränenartige Ablagerungen; sie bestehen aus einem zähen Lehm, in dem Sandstein- und Granitblöcke eingeknetet sind. Allerdings ist die Stellung dieser Bildungen unsicher. Man wird sie als Abhangschutt deuten können. In letzterem ist jedoch die Packung und Stellung der Blöcke, das feinsandige mit eckigen Bröckchen durchsetzte Zement selten so entwickelt wie hier. Manchmal mag glaziales Material mit Abhangschutt vermischt sein.

20. Erzbach und Ober-Ostern. Noch weiter südlicher wurden ähnliche Ablagerungen mit Granit-, Schiefer- und Buntsandsteinmaterial bei Erzbach und Ober-Ostern aufgefunden. Die Grundmasse besitzt grosse Bindigkeit. Bei Erzbach erschien ausserdem die Stellung gewisser, anscheinend in der Hauptsache aus grossen Blöcken zusammengesetzter Haufwerke an der Ausmündung eines Nebentales recht zweifelhaft. Ein Blockdamm ragt hier wie ein Talsporn in das Haupttal hinein. Diese Bildung als Ablagerung des Baches aufzufassen oder als Blockhalde, durch Rutschung am Gehänge gebildet, dürfte wohl kaum angängig sein. Vielleicht bildet sie ein Aquivalent mit den von Chelius alsEndmoränen erklärten Block- dämmen in der Gegend des Rodensteins.

21. Brensbach. Schliesslich ist vielleicht noch ein Gebilde bei Brensbach im Ger- sprenzgebiet als glazial anzusprechen. Unter einer Lössdecke befindet sich dort ein schwerer Lehm. Dieser enthält, obschon noch weit von der Sandsteingrenze entfernt, faust- bis kopf- grosse Buntsandsteingerölle, Quarz., Karneol- und Granitbrocken, gerundet und eckig. Nach oben nehmen die Gerölle an Grösse und Zahl ab, und es stellt sich reinerer geröllarmer Lehm ein, der schliesslich wieder von geröllhaltigem Lehm bedeckt wird.

II. Buntsandstein-Odenwald.

In dem zweiten Teil des Odenwaldes, zu dessen Glazialerscheinungen wir jetzt über- gehen, ist das Material der Blöcke, Geschiebe und Gerölle in den grundmoränenähnlichen Gebilden naturgemäss hauptsächlich Buntsandstein, und auch die Grundmasse der Gebilde kann man nur als einen tonigen bis schwachtonigen Sand bezeichnen. Gebilde, die nahe der Grenze der beiden Gebiete liegen, werden beide Gesteinsarten enthalten.

22. Schlierbach, Kleestadt und Buchertsgräben. Solche finden sich z. B. bei Schlierbach und Kleestadt im Quellgebiet von Nebenbächen der Gersprenz. Durch einen kleinen Schurf