Stücke in Hopf und Paulsiek's Lesebuch.
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3. Uebersicht der behandelten Lehrgegenstände.
a. Sprachunterricht.
1. Deutſche Sprache.
VI. Cl. wöchentlich 2. St. Leseübungen(Lesebuch von Hopf und Paulsiek, Thl. I.). Erklärung der Lese- stücke, Declamationsübungen, Einübung der Regeln über Orthographie, die Classification der Wörter, ihre Declination, orthographische Uebungen.
Hilfslehrer Sauer. Classification der Wörter und deren Flexion, die Lehre vom einfachen Satze. Leseübungen (Hopf und Paulsiek'sches Lesebuch). Einzelne Ge- dichte des Lesebuchs wurden nach der Erklärung in der Classe memorirt und declamirt. Orthographische Uebungen und schriftliches Nacherzählen vorgelesener Musterstücke. Gymnasiallehrer Woell.
IV. Cl. 2 St. Lehre vom zusammengesetzten Satz und Interpunctionslehre. Lesen, Erklären und Decla- miren von meist poetischen Musterstücken aus Hopf und Paulsiek's Lesebuch I, 3. Aufsätze, meist nach Gedichten und Corn. Nepos.
Conrector Hillebrand. III. Cl. 2 St. Satz- und Interpunktionslehre. Lesen und Erklären mustergültiger prosaischer und poetischer Aufsätze, Declamationsübungen. Prof. Stoll. IIb. Cl. 2 St. Lesen und Erklären prosaischer und poetischer Musterstücke in Mager's Lesebuch. Aufsätze; Declamationsibungen. Oberlehrer Ebhardt. IIa Cl. 2 St. Erklärung der Begriffe Kunst und Poesie. Verhältniss derselben zu den übrigen Kün- sten. Deutscher Versbau. Epische, lyrische und dra- matische Poesie mit ihren Unterarten. Erklärung poetischer Stücke besonders von Schiller. Im Sommer gelesen: Schiller's Wilhelm Tell.— Uebungen im Dis- Poniren und Ausarbeitung leichterer Themen. I. Cl. 3 St. Literaturgeschichte: im ersten Semester übersichtlich die ältere Zeit bis auf Klopstock; im zweiten Fortsetzung bis auf Goethe und Schiller. Ge- lesen: Herder's Cid.— Deutscher Stil: Besprechung verschiedener Themata zur Auffindung und Ordnung des Stoffs(Disponiren), Grössere Aufsätze. Die theils in der Classe theils zu Hause bearbeiteten Themata waren: 1. Horaz, III, 30, nach Form und Inhalt zu erläutern. 2. Desgl. I, 11. 3. Das Leben ist ernst. 4. Ueber den Werth eines geschäftigen Lebens. 5. Die Menschheit im Lichte der Geschichte. 6. Die Eisenbahnen in culturhistorischer Bedeutung, 7. Ueber die Nordpol-Expeditionen. 8. Frühling und Herbst in ihren Gegensätzen. 9. Mit welchem Rechte bezeichnet Fr. Rückert die Sentenz als Blüthe der Erfahrung?
10. Das Testament(eine Erzühlung, deren Inhalt gegeben war).
11. Wie unterscheiden sich Sentenz, Sprichwort und geflü geltes Wort?
12. Ueber die erste Romanze in Herder's Cid.
13. In wie weit wird in Herder's Cid. die Natur zu Schilderungen, Bildern, Gleichnissen etc. heran- gezogen? Director Schmitt.
V. Cl. 2 St.
2. Lateiniſche Sprache.
VI. Cl. 10 St. Einübung der regelmässigen Formen- lehre nach Seiffert's Grammatik und Oster- mann's Uebungsbuch für Sexta, welches ganz über- setzt wurde. Wöchentliche Exercitien, Gymnasiallehrer Dr. Spiess.
V. Cl. 10 St. Die regelmässige Formenlehre wurde repetirt und die unregelmässige sowie die wichtigsten syntactischen Regeln eingeübt. Schriftliche Ueber- setzung der deutsch- lateinischen Uebungsstücke im Ostermann'’'schen Uebungsbuche für Quinta. Von den lateinisch-deutschen wurde ein grosser Theil der zusammenhängenden Stücke memorirt. Exerc. schol.
Woell.
IV. Gl. 10 St. Repetition der unregelmässigen Formen. Casuslehre nach Ostermann's Uebungsbuch für Quarta. 4 St. Exercitia scholast. 1 St. Gelesen und grösstentheils memorirt aus Corn. Ne- pos: Miltiades, Themistocles, Aristides, Pausanias, Lysander, Conon, Timotheus. 5 St.
Hillebrand.
III. Cl. 10 St. Casuslehre und das hauptsächlichste der Tempus- und Moduslehre, eingeübt nach Krebs' Anleitung. Exercit. domest. et schol.
Gelesen: Caes. B. G. I, VII. VIII. 3 St. Stoll.
Aus Ovid wurde gelesen nach der Auswahl von Sie- belis: I, 148— 779; II, 1— 408, 680— 7073 III, 1— 137; VI, 146— 312; XII, 580— 628; XIII, 1— 622. Memo- rirt wurde: I, 748— 779; 1V, 1— 83; XfII, 184. Grund- züge der Metrik und Prosodie, der Bau des Hexa- meters und Pentameters, Umstellen von Hexametern und Distichen(3 St.). Wo ell.
IIb. Cl. 10 St. Die wichtigsten Regeln der lateini schen Syntax wiederholt nach der Grammatik von El- lendt-Seyffert. Mündliche und schriftliche Stilübungen nach Süpfle und nach Dictaten. Gelesen: Cic. I. u. II, 1—13; Virgils Aeneis Gesang I. u. II.
Ebhardt.
IIa. Cl. 10 St. Cic. or. p. Sest. mit Einl. in Dio. Leben: grammat., histor. und antiquar erklärt. 3 St.
Liv lib XXIII; hin und wieder Anleitung zum Lateinsprechen. 2 St.
Virg. Aen. I. VII— IX. 2 St.
Geist Aufgaben N. XI XVII. Abwechselnd damit Extemp. aus dem Deutsch. in's Latein. und aus dem Lat. in's Deutsche, deren lat. Text auswendig ge lernt wurde. Monatl. 1 lat. Aufsatz 2 St
Uebungen im Verfertigen lat. Distichen. Monatlich ein Extemporale. 1 St.
Lat. Prixatlectüre betraf leichtere Reden Cic.
Professor Krebs.
I. Cl. 8 St. a. Lectüre. Im Winter: Horat. Carm. III u. IV mit Auswahl und das carm. saecul, Im Som- mer Horat. Carm. I. u. II. Einzelne Gedichte wurden memorirt. 3 St. Ferner im Winter Tac. Germania, im Sommer Cic. Tusc. disp. L u. V. 3 St.
b. Lat. Stil. Nach einer Einleitung über das For- melle lateinischer Aufsätze wurden folgende Themata theils in der Classe theils zu Hause bearbeitet:
1. Argentum et aurum propitiine an irati dii negave- rint, dubito. Tac. germ. 5. 2. Tempus quanti aestimandum sit.


