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Fälle ausgeſchloſſen, wo ſittliche Verkommenheit und die damit eintretende materielle Noth eine außergewöhnliche Sterblichkeit veranlaſſen.
Während nach Neison die wahrſcheinliche Lebensdauer aller männlichen Mitglieder der Friendly societies zuſammengenommen 66—67 Jahre betrug, d. h. während von 100000 Perſonen, welche das 10. Lebensjahr zurückgelegt haben, die Hälfte ein Alter von 66—67 Jahren erreicht(S. 33): beträgt die wahrſcheinliche Lebensdauer:
bei Landarbeitern(S. 47)...... 71— 72 Jahre „ Bergleuten(S. 59)....... 61— 62„ „ Bäckern....„..„ 59— 60„ „ Bleigießern, Anſtreichern...... 56— 57„ „ Schreibern und Subalternbeamten... 51— 52„
Landarbeiter leben demnach durchſchnittlich 20. Jahre länger als Schreiber und Subalternbeamte.
Die größte Sterblichkeit findet man bei denjenigen Berufsarten, deren Arbeit ſie nöthigt eine mit mineraliſchem oder animaliſchem Staub geſchwängerte Luft einzuathmen. So erreichen die ſogenannten Trockenſchleifer in Sheffield durchſchnittlich nur ein Alter von 29 Jahren. ¹)
Das Einathmen derſchlechten Luft geſchloſſener Räume und des Staubes begünſtigt die Entſtehung der Schwindſucht. Lombard ²) weiſt nach, daß in den Spitälern von Genf unter 1000 Todesfällen bei Männern durchſchnittlich 114, bei Weibern durchſchnittlich 106 durch Phtiſis(Schwindſucht) bedingt ſind. Indem er nun dieſe Mittelzahlen als Vergleichungspunkte anſetzt, unterſcheidet er danach die Profeſſio⸗ nen in zwei Hauptgruppen, je nachdem der Betrag ihrer phtiſiſchen Todesfälle über oder un⸗ ter jenem Mittel war, und leitet daraus weiterhin den fördernden oder hemmenden Ein⸗ fluß jeder Profeſſion auf das Entſtehen der Krankheit ab. ³)
Er fand hiernach:
Auf 1000 Todes⸗ Auf 1000 Todes⸗ fördernde Momente. iihe eemmnen hemmende Momente. ſtue fomuen Ausdünſtung trocknender Oele, Aktive Lebensweiſe..... 89 Firniſſe...... 369 Uebung der Stimme.... 75 Mineraliſcher Staub l... 176 Aufenthalt im Freien.... 73 Staub anderer Art. 137— 152 Großer Wohlſtand 4).... 50
Sitzende Lebensweiſe... 141
Luft, Aufenthalt in Werk— ſtätten....... 138
Gebuͤckte Föͤr erſtellung⸗. 122
) Ausland, 1860, S. 300.
²) Lombard, de l'influence des professions sur la durée de la vie, Gendve 1835.
³) Oeſterlen, Handbuch der mediciniſchen Statiſtik, Tübingen 1865, S. 390.
¹) Die Rentiers in Genf hatten unter 1000 ihrer Todesfälle nur 50 an Lungenphtiſe, dagegen z. B. die Uhrenzeigerfabrikanten, die dem Staub des Smirgels ausgeſetzt ſind, 545 (d. h. 6 unter 11 Todesfällen zuſammen.) 2


