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blickend und annehmend die ſchlichten Veranſtaltungen, welche durch den eng begrenzten Boden der Feier bedingt waren, bald in unbefang'ner Hingabe an die Gegenwart in den Ton heit'rer Gemüthlichkeit ein⸗ ſtimmend und ihn foͤrdernd. Wenn die, denen die Vorbereitungen zu der Feier oblagen, bei aller Freudig⸗ keit doch ein leiſes Bangen empfunden hatten, ob und in wieweit die einzelnen Glieder zu einem harmo⸗ niſchen Ganzen ſich zuſammenfügen moͤchten, ſo ſind ſie aus den Feſttagen mit dem beglückenden Gefühle her⸗ vorgegangen, daß uͤber all' ihr Hoffen und Erwarten hinaus die Feſttage das Gepraͤge eines edlen Fami⸗ lienfeſtes getragen haben.
Zweitens geſtatten wir uns ein Wort über die Schulfeier im engeren Sinne. Ihr war der erſte Platz eingeräͤumt, der Vormittag des erſten Jubeltages, waͤhrend die kirchliche Feier den Vor⸗ mittag des 2ten Jubeltages einnahm, weil eben eine Schul⸗Erinnerungsfeier zu begehen war. Daß der Actus ſeinem Inhalte nach in 2 Theile zerfalle, ſchien durch das Weſen der Feier geboten. Der eine Theil mußte Zeugniß geben von dem gegenwaͤrtigen Stande der Anſtalt, der andre die Blicke zurückleiten auf das Stiftungsjahr. Das Zeugniß von der Gegenwart ſchien dann ein wirklich ſprechendes ſein zu koͤnnen, wenn es alle Theile und Seiten des Gymnaſialunterrichts zur Erſcheinung brächte, alſo alle Unterrichts⸗ gegenſtände und alle Klaſſen vorführte. Demnach iſt die Dispoſition getroffen, wie ſie in dem hier folgen⸗ den Programm ſich darſtellt. Choral: O daß ich tauſend Zungen haͤtte ꝛc., geſungen vom vierſtimmigen Chor mit Begleitung des Orcheſters. Morgengebet gehalten vom Schloßprediger Lobach. Gruß zum Feſte verfaßt und geſpr. von dem Primaner Lambeck 1. Das Kind der Barmherzigkeit von Herder geſprochen von dem Quintaner Lindenau 3. Der gerettete Juͤngling von Herder geſprochen von dem Quartaner Wenke. Oreſt und Pylades aus Goͤthe's Iphigenia vorgetragen von den Ober⸗Secundanern Zehe und Pfeffer. Warum ſind Schulerinnerungen ſo anziehend? verfaßt und geſpr. von dem Ober⸗Secundaner Weber. Mo⸗ tette für den vierſtimmigen Chor mit Soli's componirt von C. Kuntze. Recte M. Tullius Cicero, in om- nibus, inquit, negotiis, prius quam adgrediare, adhibenda est praeparatio diligens verfaßt und geſpr. von dem Primaner Berger. Antigone und Ismene, erſte Scene aus Sophocles' Antigone, geſprochen von den Primanern Muͤller 1 und Kramm 1. Achille et Chiron, peinture vive des écueils d'une jeunesse bouillante par Fénélon geſprochen von den Unter⸗Secundanern Grafen zur Lippe⸗Bieſterfeld und Zentzytzki. Der hundert und dritte Pſalm geſprochen von dem Primaner Schmidt 1. Markgraf Hans von Küſtrin nach Fontane geſprochen von dem Ober⸗Tertianer Schulze 4. Die Stammburg der Hohenzollern nach einem ungenannten Verfaſſer geſprochen von dem Unter⸗Tertianer Glaͤſemer 1. Der pythagoreiſche Lehrſatz verfaßt und geſprochen von dem Primaner Hermann 1. Die Atwoodſche Fallmaſchine verfaßt und geſpro⸗ chen von dem Primaner Lindenberg. Meditation über ein Präludium von Sebaſtian Bach für Pianoforte, Violine, Viola, Violoncello und Physharmonika bearbeitet von Gounod. Siegmund Steinbart geſprochen von dem Unter⸗Tertianer Rother. Rede des Directors. Der Hohenzollern Bilderſaal geſprochen von dem Primaner Freiherrn von Maltzahn. Dem Könige. Das erſte Jubellied erſchallt ꝛc.— für den vierſtimmi⸗ gen Maͤnnerchor componirt von G. Reinhardt. Intervall für die etwa darzubringenden Glückwünſche. Jubel⸗Cantate fuͤr Chor⸗ und Sologeſang mit Begleitung des Orcheſters, zur Feſtfeier insbeſondere compo⸗ nirt von Gaͤbler. Das Morgengebet ſprach in der herzlich⸗einfachſten und erhebendſten Weiſe ein Mann, der, einſt Zögling der Anſtalt, ein langes Leben hindurch derſelben in Liebe angehört hatte, den Gruß zum Feſte in froher Begeiſterung und friſcher Kraft ein Juͤngling, dem in dem Waiſenhauſe ſein zweites Vaterhaus zu Theil geworden war, dann folgten von der Declamation: ‚„Das Kind der Barmherzigkeit’ bis zu dem Vortrage über die Atwoodſche Fallmaſchine alle Unterrichtsgegenſtaͤnde in Vortraͤgen die dem Inhalte nach moͤglichſt ſignificant auserleſen waren und in der redneriſchen Darſtellung meiſt wohl gelangen, namentlich erfreuten ſich die Declamation des kleinen Quartaners Wenke, der Vortrag des Ober⸗Secundaners Weber ͤber das Thema: Warum ſind Schulerinnerungen ſo anziehend? und die griechiſch geſprochene Scene aus der Antigone der ungetheilten Aufmerkſamkeit der großen Feſtverſammlung. Der zweite Theil, der mit Rückſicht auf die Ausdehnung der ganzen Feier ſich beſchraͤnken mußte, fuͤhrte zuerſt in einem ſchlichten Bilde


