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wird für ihn Veranlaſſung den Kampf gegen die Bedrückung ſogleich zu beginnen. In der erſten Scene des fünften Actes hören wir, daß er das Seine gethan, auch Bertha wieder gewonnen hat. In der letzten Scene reicht ihm Bertha ihre Hand und er verherrlicht das Freudenfeſt uͤber die Befreiung des Landes dadurch, daß er ſeine Knechte für frei erklärt.
III. Tell wird uns ſchon im erſten Acte einige Male vor Augen gefuͤhrt, zuerſt als Baumgartens Retter, dann mit dieſem in Schwyz vor Stauffachers Hauſe, endlich mit Stauffacher in Altorf, wohin ihn ſein Heimweg nach Bürglen führte. In der erſten Scene des dritten Actes lernen wir ſeine Familie kennen. Sein Aufbruch nach Altorf am Ende dieſer Scene leitet uͤber zur dritten Scene des dritten Actes. Er wird in Altorf angehalten, weil er dem Hut nicht Reverenz bewieſen. Waͤhrend daruͤber ein Auflauf und Laͤrm entſteht, erſcheint Geßler. Am Ende wird Tell abgeführt. Geßler will ihn ſelbſt auf ſeinem Schiffe nach Küßnacht fuhren. In der naͤchſten Scene hoͤren wir, daß der Landvogt im Begriff war ſich einzuſchiffen, bald auch, daß er wirklich im Unwetter auf dem See iſt. Der Fiſcher ſagt: Könnt einer retten, wärs der Tell; und alsbald zeigt ſich dieſer aus dem Schiffe befreit. Er läßt ſeinem Weibe und Schwäher ſagen: Sie ſollen wacker ſein und gutes Muths, bald werden ſie ein Weiteres von mir hören. Iſt es gethan, wirds auch zur Rede kommen.
Der Ungewißheit des Zuſchauers über das, was Tell im Sinne hat, wird durch ſeinen Monolog in der hohlen Gaſſe ein Ende gemacht, bald ſieht er Geßlers Tod und beobachtet die Wirkung, welche derſelbe auf die Gemüther der Umſtehenden macht. Schnell loͤſen ſich die Bande der Furcht und des Gehorſams, alle Herbeigeeilten rufen laut: Das Land iſt frei.
Tell kehrt in der zweiten Scene des fünften Actes zu den Seinigen zuruück. Er findet in ſeinem Hauſe den Herzog Johann von Schwaben. Deſſen Erſcheinen daſelbſt mag den Zuſchauer überraſchen, erwarten aber durfte er, daß Tell die gebührende Ehre und Dank von ſeinen Landsleuten empfangen werde, nachdem inzwiſchen der Befreiungskampf vollendet worden iſt. Dieſer Erwartung wird in der letzten Scene genug gethan.
Nachweis der dramatiſchen Entwicklung in der erſten Seenenreihe.
Nachdem wir drei neben einander laufende Scenenreihen gefunden haben, iſt es unſere Aufgabe zu unterſuchen, ob und wie der Dichter die Scenen jeder Reihe zu einer dramatiſchen Handlung verbunden hat.
Die Eroͤrterung der Frage nach den weſentlichen Eigenſchaften und nothwendigen Erforderniſſen einer dramatiſchen Handlung ſchließen wir aus; wir ſtellen als Behauptung auf, daß eine Reihe von Be⸗ gebenheiten ihre Verbindung zur einheitlichen Handlung durch Herſtellung eines cauſalen Zuſammenhanges erhaͤlt, durch Motivierung. Die Handlung iſt aber nur dann eine dramatiſche, wenn ihr Verlauf und innerer Zuſammenhang durch die Seelenprozeſſe der handelnden Perſonen verſtändlich wird. Wir unterſuchen nun zuerſt, ob eine derartige Motivierung die erſte Scenenreihe durchzieht.
Der Dichter hatte es mit einem hiſtoriſchen Stoffe zu thun, einem Ereigniß von tief greifender Bedeu⸗ tung fuͤr das ganze Schweizervolk. Dieſes Volk hat eine von anderen Volksperſönlichkeiten abweichende Eigenartigkeit, zu deren Bildung der Character des Landes mehr als alles Andere beigetragen hat. Es mußte ihm darum nothwendig ſcheinen, den Zuſchauer zuerſt mit der Natur des Landes und Volkes, ſodann mit den Vorausſetzungen der vorzuführenden Handlung bekannt zu machen, oder mit anderen Worten, den


