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und Einflüſſen, ſich Ausſichten zu einer Beſſerung der Organiſation der Selectenſchule eröffneten, deren ſo oft nahe vermeinten Abſchluß er nicht mehr erleben ſollte.
Das von 1844 an regelmäßig alljährlich ausgegebene Schulprogramm, ſowie eine lange Reihe von Jahren hindurch bei den öffentlichen Prüfungen und ſonſtigen Schulfeierlichkeiten gehaltene Reden und Anſprachen an Eltern, Lehrer und Schüler boten Wedewer eine erwünſchte Gelegenheit, alle Seiten des Schullebens, des Unterrichts und der Erziehung auch der Oeffent⸗ lichkeit gegenüber zu beſprechen und geltend zu machen, ſowie den unerläßlichen Verkehr zwiſchen Schule und Haus zu begründen und zu pflegen 4). Da eine allſeitige Würdigung der Wirkſamkeit Wedewers als Lehrers und Inſpectors der Selectenſchule einer ſpätern Geſchichte der Schule vorbehalten bleiben muß, zu welcher er ſelbſt bereits eine ſo ſchätzbare Grundlage gelegt hat ⁵), ſo können wir uns hier auf die Andeutung der Hauptzüge ſeiner pädagogiſchen Anſchauungen und Praxis beſchränken. Alsbald ſchon nach Antritte ſeines Amtes eröffnete er dem Publikum einen Einblick in den innern Organismus der Schule durch Mittheilung ihres vollſtändigen Lehrplans im Programm von 1844, fixierte die Schulzucht in den Vorſchriften einer, ſo viel bekannt, von ihm aufgeſtellten„Disciplinarordnung“ und ſuchte das Intereſſe für die Gründung einer Schulbibliothek in einer 1847 über den Nutzen einer ſolchen gehaltenen Prüfungsrede anzuregen ⁶). Gleicher Weiſe war er bemüht, die Wechſelbeziehung von Schule und Haus von vornherein herzuſtellen in ſteten Rückblicken*) und in einer Art von Rechenſchaftsablagen, auch ſein Schulpublicum ſowohl über den allgemeinen Gang des Schullebens und ſeine Wandelungen, als auch über einzelne beſonders wichtige Puncte, wie über die namentlich hierorts der Erziehung und dem Unterrichte ſich entgegenſtellenden Hinderniſſe ⁸), über den vorzeitigen Austritt aus der Schule ⁹) u. a. m. zu belehren. Zugleich unterließ er es nicht, von der in der Organiſation der Schule erfolgten
⁴) Vgl. Prüfungsrede von 1852:„Ueber die Aufgaben der Erziehung und den Antheil, welchen insbeſondere das Haus an der Löſung derſelben zu nehmen hat.“
⁵) Vgl. Programmabhandlung von 1868:„Zur Geſchichte der Selectenſchule.“
⁶) Dieſelbe wurde zur Förderung des Zweckes in einem beſonderen Flugblatte theilweiſe abgedruckt.
*) Vgl. die Programmabhandlung von 1845:„Ueber die Nothwendigkeit eines kräftigeren Zuſammenwirkens des Hauſes und der Schule für Erziehung und Unterricht“ und die im Archive der Schule bewahrten Prüfungs⸗ reden von 1845, 1852, 1861, 1863, 1867.
³) Vgl. die Prüfungsreden von 1857 und 1865.
*) Vgl. Prüfungsrede von 1862.


