beurkundet auch eine Inſchrift, welche einen Verwaltungsbeamten der Alimenta nennt, den Fortbeſtand der Kinderwohlthätigksanſtalten in derſelben Regierungsperiode ³). Noch immer ſcheint in dieſen wirren Zeiten des verfallenden und von gewaltſamem Herrſcherwechſel zerrüt⸗ teten Reiches der Sinn für jene kaiſerlichen Wohlthätigkeitsanſtalten und ihre Pflege nicht ganz erloſchen zu ſein. Noch immer haben ſelbſt ephemere Uſurpatoren, wie es ſcheint, ihre Thronbeſteigung unter anderem auch gerne durch die Stiftung neuer Kinderalimentationen im Sinne der alten guten Kaiſer bezeichnen wollen. Von Macrinus wenigſtens, welcher nach Er⸗ mordung des Caracalla ſeinen jungen Sohn Diadumenianus zum Mitregenten annahm (217— 218 n. Chr.), wird berichtet, 3¹) daß er, offenbar um ſich und ſeinen Sohn bei dem Volke zu inſinuieren, letzterem brieflich ſein Bedauern ausgedrückt habe, daß ſie beide noch nicht in Rom anweſend ſeien, ſonſt würde vor Allem ſein Sohn Antoninus Diadumenianus dem Volke ſeine Spenden haben zu Theil werden laſſen, wie auch neue Alimentationen für Knaben und Mädchen gründen, welche den Ruhm des ſo erwünſchten Namens Antoninus fortpflanzen wür⸗ den. Der jähe Untergang des Macrinus und ſeines jugendlichen Sohnes ließ dieſen löblichen Entſchluß nicht in Erfüllung gehen; bedeutſam aber bleibt er immerhin ſchon allein dadurch, daß man daraus erſieht, welche Wichtigkeit das Inſtitut der Alimentation im Laufe der Zeiten für das Volk von Rom gewonnen hatte. Es kann daher nicht wundern, daß ſelbſt unter der berüchtigten Mißregierung eines Heliogabalus(218— 222 n. Chr.) das Inſtitut fortbeſtand, wie ſich aus der inſchriftlichen Beurkundung eines ſeiner Verwaltungsbeamten in dieſer Zeit ergibt. ³*) Eine gleiche Beurkundung ³) liegt weiter auch für das Jahr 225 n. Chr. aus der Regierungszeit des edlen Severus Alexander(222— 235 n. Chr.) vor, welcher zugleich aber, dem Beiſpiele der Antonine folgend, zu Ehren ſeiner Mutter Mammäa Alimentations⸗ anſtalten zu Rom für Knaben und Mädchen gründete, die gleicher Weiſe Mammäaniſche zubenannt wurden. ⁵⁴) Sicherlich wirkten bei dieſem hochherzigen Entſchluſſe des Kaiſers meh⸗ rere Momente zuſammen: einerſeits nämlich hatte die edle Sinnesart, welche ihn den beſten unter den Antoninen ebenbürtig an die Seite ſtellt, das Tödten oder Ausſetzen von Kindern
80) Vgl. Orelli Insc. eoll. 1267; Henzen p. 50.
⁸1) Vgl. Lamprid. Anton. Diad. c. 2: Vellem, Quirites, iam praesentes essemus, Antoninus vester vobis congiarium sui nominis daret; daret praeterea et pueros Antoninianos et puellas Antoninianas, quae tam grati nominis gloriam propagarent; ſ. Krauſe S. 347 f. u. A. 4.
8²) Vgl. Henzen p. 50.
8³) Vgl. Henzen a. a. O.
84) Bgl. Lamprid. Sev. Alex. c. 57: puellas et pueros quemadmodum Antoninus Faustinianas insti- tuerat, Mammaeanas et Mamaeanos instituit: Wolf S. 31; Cramer S. 499; Krauſe S. 359 u. A. 4; Becker⸗ Marquardt III, 2 S. 114 f.; Schück S. 6 Henzen p. 20 sg.
(1871) 4


