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durch mehrere Inſchriften aus den Jahren 172—177 bezeugt wird, in welchen Verwaltungsbe⸗ amte derſelben erwähnt ſind, ⁶9) wenn auch bis jetzt, ſo viel wenigſtens Eckhel angibt,*⁰) gar keine bezüglichen Münzen des Marcus Aurelius ſich gefunden haben. Zunächſt gab ihm die feierliche Vermählung ſeiner Tochter Lucilla mit ſeinem Bruder Lucius Verus Anlaß zur Erweiterung des Kreiſes der mit Getreideſpenden bedachten Kinder in Rom, deren Namen in die Liſten der Getreideempfänger neu aufgenommen wurden. ²¹) Sodann erweiterte er die ältere Fauſtiniſche Mädchenſtiftung durch Aufnahme von novae puellae Faustinianae zum ehrenden Andenken an ſeine in Jahre 173 verſtorbene Gemahlin, die jüngere Fauſtina ²). Da beide Stiftungen nur für die Kinder der Hauptſtadt beſtimmt waren, ſo kann eine inſchriftliche Widmung von pueri et puellae alimentarii der Stadt Ficolea an Marcus Aurelius nicht hiermit in Ver⸗ bindung gebracht werden, ſondern bezieht ſich auf eine beſondere Capitalanlage des Kaiſers im Jahre 162 zu Gunſten der Kinder jener Stadt, welche Stiftung von derſelben Art war, wie alle übrigen obenerwähnten Obligationen ſeinen Vorgänger. ¹⁵)
Dem Philoſophen Marcus Aurelius folgte auf dem Kaiſerthrone ſein unähnlicher Sohn Commodus(180— 192. n. Chr.). Wiewohl nun der Fortbeſtand des Alimentationsinſtituts auch unter des letzteren Regierung ſowohl durch eine Inſchrift*⁴) aus dem Jahre 187, als auch durch eine Nachricht des Spartianus*5) bezeugt iſt, welche den ſpäteren Kaiſer Didius Julianus als
60) Vgl. Henzen p. 49.
70) D. N. Vll. p. 41.
71) Vgl. Capitolin. a. a. O. c. 7: filiamque suam Lucillam fratri despondet. Ob hanc coniunctionen pueros et puellas novorum nominum frumentariae perceptioni adscribi praeceperunt, und hierzu Caſaubonus und Salmaſius p. 318 sq. Die Leſeart„nominum“ bezieht Henzen p. 20, dem„hominum“ der Texte gegenüber, mit Recht auf die vergünſtigte Einzeichnung ihrer Namen in die Liſten der Getreideempfänger. Paufler a. a. O. II p. 16 und 20, dem Cramer S. 499 folgt, verſteht novorum hominum von neuen Bürgern, welche bis dahin nebſt ihren Kindern wahrſcheinlich von der Theilnahme an den Getreideſpenden ausgeſchloſſen geweſen wären; ſie er⸗ ſparen ſich dabei den Nachweis, wen man damals unter„neuen Bürgern“ verſtanden habe.
*²) Vgl. Capitolin. a. a. O. c. 7: in honorem uxoris Faustinae minoris mortuae instituit novas puellas Faustinianas. Auf dieſe Stiftung bezieht ſich auch ein anmuthiges Relief, welches zwei Frauen ſtehend auf einer Bühne darſtellt, vor ihnen mehrere Mädchen, von denen die nächſtſtehende ihr Gewand ausbreitet und von der einen der beiden Frauen Getreide empfängt; Geſichtszüge und Hauptſchmuck laſſen die jüngere Fauſtina nicht verkennen: vgl. Wolf S. 31; Henzen p. 20 und die Abbildung dieſes Reliefs bei Zoega Bassirilievi ant. di Roma I. p. 154 sdq. und bei Paufler a. a. O. vor dem Titel. Von Krauſe wird dieſes Relief S. 359 A. 2 irrig auf die ältere Fauſtina bezogen.
*³) Vgl. Marini Isc. Alban. p. 42; Wolf S. 30; Henzen p. 20.
7⁴) Vgl. Henzen p. 49 sq. *5) Vgl. Ael. Spartian. Did. Iul. c. 2.


