benutzen, um die Sache nicht als wertlose Spielerei zu ver- urteilen. Andrerseits setzt das ganze Verfahren des Herrn R. besondere Neigung und auch besonderes Geschick voraus. Ubrigens geht Herr R. keineswegs ganz im„Bilderdienst“ auf. Wie ich schon andeutete, wendet auch er alle Ubungen an, die für die direkte Methode kennzeichnend sind, nur daß er immer wieder auf der Grundlage der Anschauung— im weitesten Sinne des Wortes— aufbaut. Hervorzuheben ist, daß die Schüler bei ihm auch eine verhältnismäßig gute Aussprache besitzen. Es ist daher der Schluß berechtigt, daß sein Verfahren, das die Wiederholung im besonderen Matse verwendet, offenbar auch die Erwerbung einer sicheren Aussprache sehr fördert. Der Gesang deutscher Lieder belebte den Unterricht von Zeit zu Zeit. In der Sixiéème und Cinquième sangen die Knaben die frischen Kinderlieder„Die Post ist da! Trara, trara“ und„Als unser Mops ein Môpschen war“. In der Quatrième wurde die„Lorelei“ recht hübsch vorgetragen. Alles in allem schied ich sehr befriedigt und dankbar von Herrn Rochelle, und groß war meine Freude, als er mich im Herbste vorigen Jahres gelegentlich einer Ferien- reise in Deutschland besuchte. Sein in oben genanntem Verlag erschienenes Schriftchen„La Méthode directe dans l'enseignement des langues vivantes“ empfehle ich den Fachgenossen als an- regende Lektüre. Sicher wird er auch gern allen, die sich für sein Verfahren interessieren, weitere Auskunft geben.
In Paris konnte ich aus den oben angeführten Gründen leider in den staatlichen Anstalten nicht hospitieren, doch erlangte ich zu meiner großen Freude Zutritt zu zwei Pariser nichtstaat- lichen höheren Lehranstalten, der Ecole Alsacienne und dem Collège Chaptal. In der ersteren konnte ich nicht nur dem Unterricht, sondern auch einigen interessanten Klassenprüfungen beiwohnen; in der letzteren hörte ich eine vortreffliche deutsche Stunde bei Herrn Simonnot, dem oben erwähnten Mitarbeiter des auch in Deutschland durch seine ersprießliche Mitwirkung bei den Neuphilologentagen und seine methodischen Schriften bekannten und geschätzten Herrn Schweitzer. In beiden Anstalten wurde nach der direkten Methode verfahren, nur hält man in der Ecole Alsacienne noch immer an gelegentlichen, auch schrift- lichen UÜbertragungen aus der Muttersprache in die fremde Sprache fest. Diese verhältnismäßig kleine Schule hat überhaupt manche Sonderheiten. So ist sie die einzige höhere Schule in Paris und wohl in Frankreich überhaupt, wo man in der Vorschule die
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