angekommen war, fragte der Lehrer weiter:„Wo bist Du jetzt?“ — Schüler:„Ich bin draußen.“— Lehrer:„Komm wieder herein!“— Schüler:„Ich komme herein.“— Lehrer:„Wo bist du jetzt?“— Schüler:„lch bin wieder drin.“ In entsprechender Weise wurden auch die Wörter oben, unten, hinauf, herunter klargemacht. Die letztere Ubung war um so leichter auszuführen, als die Bankreihen in fast allen franzôsischen Klassen nach hinten aufsteigen, wie wir es nur in den naturwissenschaftlichen Lehr- räumen haben. Auch Rechenaufgaben einfacherer Art(der vier Rechnungsarten) wurden in deutscher Sprache behancelt, wobei der Lehrer oder ein besserer Schüler die Rechnung an der Tafel, die Schüler in ihren Heften ausführten. Sogar die grammatischen Erscheinungen wurden deutsch besprochen, natür- lich in einfacher Weise, z. B. Welches Geschlecht hat Fenster? Nennt mir das Geschlecht der Worter: Bank, Fenster, Tür, Platz u. s. W. Die Antwort lautete etwa: Fenster ist sächlich(Neutrum). Das Lehrbuch, das die Schüler in Händen hatten, gefiel mir sehr. Es ist ein Teil des deutschen Unterrichtswerks von Meneau und Wolfromm. Die Verfasser, an Pariser Lyzeen tätig und als Methodiker anerkannt, haben sich um den fremdsprachlichen Unterricht sehr verdient gemacht. Sie verwerten moôglichst viel Anschauung und bieten zahlreiche sogenannte Realien(z. B. Ab- bildungen von deutschen Münzen, Maßen, Gewichten, Stunden- plänen, Aufgabenheften u. s. w.). Das geschmackvoll illustrierte Buch enthält auch viel Humoristisches, was sicher für ein fremd- sprachliches Lehrbuch ein großer Vorzug ist. Andere verbreitete und gediegene deutsche Unterrichtswerke, die ich in Gebrauch fand, sind die von Schweitzer-Simonnot und Bossert- Beck, deren Verfasser ich persönlich kennen lernte. Im Gegen- satze zu uns herrscht jetzt in Frankreich überhaupt eher ein Oberfluß als ein Mangel an Lehrbüchern nach der direkten Methode, was sich daraus erklärt, daß dort diese Methode bis ins einzelne amtlich vorgeschrieben ist und daß sich die größeren Verlagsbuchhandlungen in der Verôffentlichung derartiger Werke gegenseitig den Rang abzulaufen suchen.
Von den Unterrichtsstunden, denen ich in der Riesenanstalt des Lycée zu Bordeaux(über 2000 Schüler!) beiwohnte, machten auf mich einen besonders günstigen Eindruck die deutschen Stunden, die ich bei Herrn Rochelle hörte. Auch in diesen Stunden wurde die Muttersprache nur gelegentlich als Mittel zur zweifellosen Feststellung des allseitigen Verständnisses
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