trefflich sie Herr G. mit den geübteren Schülern lôste. Er hatte vollkommen recht: nur der alte Stamm, d. h. nur die vorwiegend nach der direkten Methode vorgebildeten Schüler konnten erfolg- reich mitarbeiten, die anderen versagten teilweise ganz. Gleich- maßsiger waren die Leistungen auf grammatischem Gebiete. Da wutßten die Schüler z. B. recht gut Bescheid über Ablaut und Umlaut, nannten zahlreiche Beispiele für diese Erscheinungen, unterschieden auch recht sicher zwischen: schaffe, schuf, geschaffen und: schaffe, schaffte, geschafft und konnten selbst diese für sie sicher nicht leichten Unterschiede an Sätzen nachweisen.
Hatten die Leistungen dieser Seconde den Charakter der wechselnden Strömungen, wie ihn die Mischung zwischen alter und neuer Methode immer bietet, so kam ich in der Quatrième des Herrn Pernolle wieder ganz in das frische Fahrwasser der direkten Methode. Hier sah ich an den Wänden des Klassen- zimmers auch Hölzelsche Bilder neben anderen. Herr Pernolle hält viel auf die Hôlzelschen Bilder, nicht etwa wegen ihrer zweifelhaften Schönheit, sondern wegen ihrer Ergiebigkeit für die Besprechung, also aus praktischen Gründen. Das war übrigens nicht das einzige Mal, daß ich diese Bilder in franzôsischen Klassenzimmern fand und ähnliche Urteile darüber hörte. In dieser Stunde wurde auch vorwiegend deutsch gesprochen, doch verlangte Herr P. bei der Wiederholung und bei der Neudurch- nahme von Lesestücken jedesmal eine gute Obertragung in die Mutter- sprache, um, wie er sagte, über das Verständnis des Gelesenen seitens der Schüler vôllig klar zu sein. Aus demselben Grunde ließ er Wörter und Wendungen gelegentlich franzôsisch wieder- geben. Er hielt überhaupt ganz besonders streng auf Klarheit und Gründlichkeit.
Unermüdlich war er in Formenübungen. Von jedem Verbum, gleichviel, ob regelmäßig oder unregelmäßig, mußten stets zunächst die Grundformen angegeben werden. Dann er-— öffnete er ein wahres Schnellfeuer von Formenfragen. Ich habe mir eine Übung über die sogen. Modalverben können, sollen, wollen, dürfen u. s. w. besonders angemerkt. Er ließ da z. B. das Sätzchen„Ich darf gehen“ nach Person, Zahl, Tempus, Modus, Ausdrucksweise(ob bejahend oder fragend u. s. w.) blitzschnell umwandeln, wobei er immer nur das nôtigste gram- matische Kommandowort sprach. Also Ausgangsform: Ich darf gehen. Erstes Kommandowort: Plural! Neue Form: Wir dürfen gehen. Weiteres Kommandowort: Zweite(Plural) fragend! Form:
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