Aufsatz 
Eindrücke und Beobachtungen während eines Studienaufenthaltes in Frankreich
Entstehung
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Zwecke sind an den Lyzeen der großen Städte sowie derjenigen, die Sitz einerAcadémie sind, besondere Vorbereitungsabteilungen eingerichtet, und die Anstalten wetteifern in dem Bestreben, möglichst vieleSaint-Cyriens,Polytechniciens u. s. w. zu entsenden.

Nach diesen Bemerkungen über die Sonderart der franzö- sischen höheren Schulen gehe ich zur Schilderung von Eindrücken und Beobachtungen über, die ich meinen Hospitierbesuchen verdanke. An demselben Tage, an dem in der Heimat die Schul- arbeit nach den Osterferien wieder begann, betrat ich in Lyon zum erstenmal eine franzõsische höhere Schule, das bereits er- wähnte Lycée Ampere. Der Herr Proviseur erklärte, daß er mir die Erlaubnis zum Hospitieren ohne die Ermächtigung(Autorisation) des HerrnRecteur de l'Académie nicht geben könne. Dieser empfing mich recht freundlich, fragte mit Interesse nach dem Frankfurter Schulwesen, von dem er gehort hatte, freute sich auch, daß ich eine Empfehlung an Herrn Chabot, einen bekannten Professor der Pâdagogik an der Faculté des Lettres, hatte, gab mir aber seine Einwilligung zum Hospitieren erst, nachdem ich ihm das amtliche Beglaubigungsschreiben des Königlichen Provinzialschulkollegiums in Cassel vorgelegt hatte. So erging es mir auch später jedesmal, wenn ich an einer staatlichen Schule dem Unterricht beiwohnen wollte. Der Weg führte immer durch das Amtszimmer des Herrn Recteur. Ich empfehle daher allen Fachgenossen, die an französischen Schulen hospitieren wollen, sich ein solches Schreiben von ihrem Provinzialschulkollegium zu erbitten, auch mõglichst nur in solchen Städten zu hospitieren, die Sitz einer Académie sind(vergl. S. 12), da es sonst Weite- rungen gibt. Man wird sowieso dadurch aufgehalten, daß der Recteur meist nur an zwei Tagen in der Woche Sprechstunde hat und daß an den französischen Schulen der Donnerstag unterrichtsfrei ist, wofür allerdings an den Nachmittagen des Mittwoch und des Samstag Unterricht gegeben wird. Aber auch durch die schriftlichen Klassenarbeiten und dadurch, daß an be- stimmten Tagen in den Klassen die Beurteilung und Besprechung der Haltung und der Leistungen der Schüler stattfindet, fallen fürs Hospitieren Stunden aus. Zweimal traf ich es auch, daß der Revisionsbesuch desInspecteur général dazwischenkam, so daß ich es für schicklich hielt, mich zurückzuziehen, was offen- bar auch gern gesehen wurde. In Paris endlich, wo ich am meisten Zeit zum Hospitieren gehabt hätte, war es leider im Juni

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