oder wiedersah, ebenso von allen den Einrichtungen und Ver- anstaltungen, die ich zu meiner Weiterbildung benutzte, wie Universität, Kurse der Alliance française, Schulen, Vorträge ver- schiedenster Art, Gottesdienst, Theater, Gerichtsverhandlungen u. 8. W. kann ich hier nicht sprechen, noch weniger natürlich Paris näher schildern. Ich fand es schön wie immer, in mancher Hinsicht sogar noch verschönert. Auf Tagesausflügen besuchte ich Fontainebleau und Chantilly.
Gegen Mitte Juli verließ ich Paris, um über Rouen nach dem kleinen Seebade St. Valery-en-Caux an der normannischen Küste zu fahren. Rouen, die alte Hauptstadt der Normandie, die Geburtsstadt Corneilles, machte auf mich einen vortrefflichen Eindruck. Es ist eine große, gewerbtätige, auch schöne und interessante Stadt. Das Museum ist besonders anziehend. Es veranschaulicht die Geschichte und die ganze Eigenart der Normandie in sehr lehrreicher Weise, wie ich überhaupt die franzõsischen Provinzialmuseen nicht genug loben kann. Von hervorragenden Bauten der Stadt nenne ich das unvergleichlich schöne gotische Rathaus, die Kathedrale und das stattliche, vor- nehme Hôtel de Bourgtheroulde. Auf der Fahrt nach der Küste erfreute ich mich am Anblick der saftigen Wiesen und der fetten Herden der„grünen“ Normandie. In St. Valery-en-Caux suchte ich neben der Erholung auch Belehrung, indem ich an den Ferienkursen teilnehmen wollte, die hier die Herren Villemin und Delbost, beide als Rezitatoren wohlbekannt, alljährlich im Auftrage der Alliance française veranstalten. Meines Bleibens da war aber leider nicht lange. Die Ungunst der Witterung und eine Trauerkunde aus der Heimat veranlaßten mich, den Aufent- halt in dem stillen, entlegenen Seebade abzukürzen und den Rest meines Urlaubs in Paris zu verbringen, wo ich in meine vorige Pension zurückkehrte, noch viel Schönes und Interessantes sah und wieder an den dortigen ausgezeichneten Kursen der Alliance française teilnahm.
Am 6. August schied ich von Paris und kehrte über Reims und Nancy in die Heimat zurück, die ich vor genau vier Monaten verlassen hatte. Mit großer Befriedigung konnte ich auf meine Reise zurückblicken, die mich durch die schönsten und inter-— essantesten Orte und Gegenden Frankreichs geführt und mir eine Fülle von Anregung und Belehrung, von schönen und unver- geßlichen Eindrücken gebracht hatte, die ich auch im Unterrichte fruchtbringend zu verwerten hoffe.
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