Aufsatz 
Eindrücke und Beobachtungen während eines Studienaufenthaltes in Frankreich
Entstehung
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Boden sah, und das war wahrlich auch des Schönen genug. UÜbrigens war die Zeit von etwa anderthalb Wochen, die ich auf die Alpen und ltalien verwandte, für die Ubung im Franzô- sischen keineswegs verloren; denn von Basel an bis zur französischen Grenze bediente ich mich im Verkehr überall des Franzõsischen.

Von dem unvergleichlich schön gelegenen Genua, wo ich das herrliche Mittelmeer zum erstenmal erblickte, fuhr ich an der italienischen Westriviera immer am Meer entlang über San Remo, wo ich Halt machte, um die denkwürdige Villa Cirio zu sehen, und über Ventimiglia, wo Zollrevision war, nach Menton (ital. Mentone), der östlichsten der wohlbekannten Städte der franzõsischen Riviera. Unter letzterer versteht man in der Regel den Küstenstrich von Menton bis Fréjus. Menton ist einer der lieblichsten Luftkurorte dieser herrlichen Gegend, die der Franzose mit RechtCôte d'Azur nennt, denn ein tiefblauer Himmel und goldener Sonnenschein verschönern diese wahr- haft paradiesische Gegend, wo sich die stärkende Hochgebirgsluft der Seealpen mit dem milden Hauch des Mittagsmeeres in wunder- barer Weise mischt. Als ich dort ankam, hatte der Frühling schon längst seinen Einzug gehalten, und die herrliche Küste war mit einem Meere von Blüten bedeckt. Sie boten zusammen mit dem Rot oder Grau der Felsen der nahen Berge, mit dem Schnee und Eis des weiter zurückliegenden Hochgebirges, mit dem üppigen Grün der südlichen Pflanzenwelt, in der Palmen, Oliven- und Orangenbäume besonders reich vertreten sind, mit den weiß schimmernden Hâusern, mit dem Blau des Himmels wie mit dem des Meeres ein bezaubernd schönes, farbenprächtiges Gesamtbild, an dem sich das entzückte Auge nicht satt sehen konnte. Obwohl die eigentliche Saison(Januar bis März) bereits vorüber war, herrschte dort immer noch ein reges Leben und Treiben, denn die weit billigere Nachsaison lockt auch viele an. Den landschaftlich hervorragendsten Punkt der Riviera bildet die berühmte Gebirgsstraße, die den NamenRoute de la Corniche führt. In offenem Wagen fuhr ich bei herrlichem Wetter auf dieser großartigen von Napoleon I. angelegten Kunststraße von Menton nach Nice(ital. Nizza), wo ich die Osterfeiertage verlebte. Nizza ist die größte(rund 100 000 E.) und durch ihre Anlage und Umgebung schönste der Rivierastädte. lch war erstaunt über ihren großstädtischen, fast weltstädtischen Charakter. Wohl wenige Städte der Welt haben prachtvollere