Als eine Pflicht der Dankbarkeit sehe ich es an, auch an dieser Stelle aller derer zu gedenken, die mir diesen Studien- aufenthalt ermöglicht und mich dabei mit Rat und Tat gefördert haben. Insbesondere sei es mir gestattet, dem hiesigen Kuratorium der höheren Schulen für die Bewilligung eines Vierteljahrs- stipendiums und die Ubernahme der Vertretungskosten, dem Königlichen Provinzialschulkollegium zu Cassel für die Ge- nehmigung des erforderlichen Urlaubs und für die Ausfertigung eines Empfehlungsschreibens, das mir in erster Linie den Zutritt zu den franzôsischen Schulen verschaffte, meinen ergebensten Dank auszusprechen. Auch fühle ich mich Herrn Realgymnasial- direktor Walter zu besonderem Danke verpflichtet für die liebens- würdige Unermüdlichkeit, mit der er mich an seine zahlreichen Freunde und Bekannten in Frankreich empfohlen und mir da- durch wertvolle Beziehungen vermittelt hat.
Meinen Reiseplan hatte ich folgendermaßen festgelegt. Ich wollte zunächst einige Tage der Erholung widmen und daher erst eine kurze Reise durch die Alpen und Oberitalien machen, ehe ich die franzôsische Riviera, mein erstes Reiseziel auf französischem Boden, erreichte. Von der Riviera aus gedachte ich das südliche Frankreich zu bereisen und dabei auch etwas von den Pyrenaen zu sehen. Von Bordeaux aus sollte die Richtung auf Paris eingeschlagen, auf dem Wege aber an ver- schiedenen besonders sehenswerten Punkten Halt gemacht werden. Nach mehrwoöchentlichem Aufenthalt in der Hauptstadt des Landes wollte ich dann ein Seebad an der Küste der Normandie aufsuchen, um bei dieser Gelegenheit auch den Nordwesten Frankreichs kennen zu lernen. Es kam mir neben den eigent- lichen Sprachstudien und neben dem Besuch der Schulen darauf an, möõglichst viel von Frankreich zu sehen, vor allem die Be- kanntschaft des in vielfacher Hinsicht interessanten südlichen Teiles des Landes zu machen.
Am 7. April 1908 trat ich meine Reise an. Auf all das Schöne und Sehenswerte, das mir die Fahrt durch herrliche Teile der Alpen und Oberitalien erschloß, kann ich hier nicht eingehen. Es fallt mir freilich schwer, von den unvergeßlichen Eindrücken zu schweigen, die mir das Hochgebirge in seiner noch völlig winterlichen Schönheit, die mir die lieblichen Gefilde Oberitaliens in reichstem Blütenschmuck des Frühlings, die mir die Städte Mailand, Genua und die italienische Riviera boten, aber ich muß mich auf das beschränken, was ich auf franzõsischem


