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genommen, nämlich einen Buchhalter Nahmens Krafft und einen Packer Nahmens Scheidel zu diesem Behuff hieher absenden wollte. Sodann habe Er auch noch mit einem Mechanico von Heilbronn Nahmens Boßler, der eine Machine, um Mußikalische Noten ab- zudrucken, erfunden einen Contract gemacht, den er ebenfalls gedenke hieher zu setzen und eine Mußikalien Truckerey anzulegen.“ Gleich- zeitig bat er um Schutz für die drei Genannten und deren Familien und Begünstigung des Vorhabens. Der Rat stand dem Unternehmen sym- pathisch gegenüber, gewährte den erbetenen Schutz gegen ein Schutzgeld von 4—5 fl. für den Haushalt und erteilte bereits 16. Juni 1779 durch seine Censurkommission(K. L. Petersen) die Erlaubnis zum Druck von Feddersens genanntem Werk und 22. März 1780 Dr. Youngs Nachtgedanken(aus dem Englischen). Schon bald lief indes eine Beschwerde des Buch- händlers. Gebauer in Halle ein, der sich beklagte durch ungerechten Nach- druck ruiniert zu werden und der Rat mußte sich am 16. August 1780 zu dem Geständnis bequemen, daß„weder gedachter Herr Hofrath noch jemand von seiner Gesellschaft“ in Speyer wohne, daß nur ein Faktor der Gesellschaft(Boßler?) sich hier niedergelassen habe, die gesellschaft- lichen Angelegenheiten zu besorgen; zudem war Feddersens Buch nicht in Speyer, sondern in Worms gedruckt. Daß des Herrn Hofraths Ge- sellschaft noch wenig zur Hebung der Sittlichkeit beigetragen, beweist eine Zuschrift der Kurpfälzischen„Bücher Censur Commißion“ vom 31. Juli 1780, wonach man„mehrere Ursachen“ habe„zu glauben, daß teils Buch- druckereien in der Nachbarschaft sich zum Verlag schlechter und Sitten verderblicher Wercke mißbrauchen und solche ohne Bemerkung des Orts des Verlags und des Namen des Verlegers ausstreuen lassen.“
Der Has Leiter des Beckeschen Unternehmens scheint der Karlsruher Buchhändler Johann Christian(Gottlieb) Schmieder gewesen zu sein, der wie aus Fasz. 543 des Archivs der Stadt Speyer sich ergibt, während der Jahre 1779—1790 etwa 15 Werke in Speyer nachdrucken ließ, darunter auch 1787(17. Sept.)„Dom Carlos“. Daß damit Schillers Drama gemeint ist, das im Juni desgleichen Jahres bei Göschen erschien, ist nicht wahrscheinlich, Vermutlich ist es eine Übersetzung der fran- zösischen Novelle des Abbe Saint-Real, die für Schillers Drama den Aus- gangspunkt bildete und nun nach dem Erscheinen des Schillerschen Don Carlos wohi besonders aktuell war.
Während Enderes, obwohl man ‚keine Spur‘ hatte, daß er sich verfehlt, sich doch ernstlich an seine Pflicht erinnern lassen mußte, ent- wickelte B.— wohl der größte Erfolg von Beckes Gesellschaft— in Speyer eine ausgedehnte Verlagstätigkeit, der B.s Titel eines Hochfürstl. Brandenburgischen Expeditionsrates auch den nötigen äußeren Glanz ver- lieh. B. gab folgende Werke heraus:
Blumenlese für Klavierliebhaber. Eine musikalische Wochenschrift. Herausgegeben von H. P. Bossler, Hochf. Brandenb. Rath. Speier 1782. (Zwei Theile.)
Blumenlese für Klavierliebhaber. Eine musikalische Wochenschrift. Herausgegeben von H. P. Boßler, Hochf. Brandenb. Rath. Speier 1783. (Zwei eile.)
Neue Blumenlese für Klavierliebhaber. Eine musikalische Wochen- schrift 1784. Speier, bei Rath Boßler.(Zwei Theile.)
(Boßler,) Scherzhafte Launen beym Clavier. Ein Neujahrsgeschenk für Deutschlands Schönen. 1784.
Blumenlese für Klavierliebhaber. 1787. Speier bei Rath Boßler.
1785 wird wohl noch ein Band erschienen sein,


