Aufsatz 
Beiträge zur Heimatkunde der Pfalz : 1. Teil. Schiller und die Pfalz / von Albert Becker
Entstehung
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wahrhaft edlen Menjhenfreundes, weihet Unterzeichneter Ddiefe Anzeige feinen theilnehmenden zahlreihen Freunden, Verwandten und Belannten,

Ruhe und Frieden der Alche diefes Verllärten!

Denn aud jeine Menfchenliebe mit allen Blumen des Schönen, wie allen Graden und Zweigen des MWohlthuns, jproßte hienieden an dem Eihbaume des Patriotismus! empor, und Religion jegnete fein reinjtes Wirken.

Hildesheim den 24jten Yebruar 1816. Der Tejtaments-Exekutor,

Franz Leopold Arnold de la Tour, Kanonitus zum bl. Kreuz und zu St. Morit.

XVII

Zum Leben Johann Friedrich Christmanns

Eine, soweit ich sehe, bisher unbenützte Quelle zur Kenntnis Christ- manns enthält die SpeyererMusikalische Realzeitung II(1789) Nr. 4 S. 25ff. in der Biographie von C. L. Junker(Kirchberg). Bei der Be- deutung Ch.s nicht nur für das Speyerer Musikleben erscheint es angebracht diese weder J. Minor noch J. Hartmann bekannte Lebensbeschreibung im Auszug wiederzugeben. Nach Junker war Ch.der erste musikalische Denker und Forscher seines Vaterlandes. Christmann besuchte anfangs das Gymnasium in Stuttgart, war dann im Kloster zu D(..?..) und studierte später in Tübingen Theologie. Er zeigte sehr früh musikalische Neigungen, sein Lieblingsinstrument war lange die Flöte.

Nach Vollendung seiner Studien war er 2. Jahre Vikar bei dem berühmten Spezial St. in Ludwigsburg, dann nahm er 2 Jahre Aufenthalt zu Winterthur in der Schweiz als Hofmeister; von hier flog er von Zeit zu Zeit nach Zürich hinüber. 1779 kehrte er in die Heimat zurück, da er in Winterthur beiVersuchen mit entzündbarer Luft an einem Auge Schaden gelitten. Dann Hofmeister in Karlsruhe, machte er im Verkehr mit Schmittbauer und Vogler große Fortschritte in der Musik. Nach seiner Abreise von Karlsruhe machte Christmann eine kleine Aus- schweifung in die Pfalz, um sich von ihrem Zustand in Absicht auf Künste und Wissenschaften selbst zu überzeugen! Mir ist es genug, dabei blos im Vorübergehen zu bemerken, daß er auch hier mit manchem großen Mann und Künstler in nähere Verbindung kam, und daß er auf dieser Reise eigentlich nähere Veranlassung gefunden haben mag, uns mit einem sehr nützlichen Werk seiner Feder über die Tonkunst zu beschenken.(Realz, 1789 S. 35). Etwa 1784 wurde er Pfarrer von Heutingsheim. Von seinen Werken(in der Schweiz herausgegeben) sind zu nennen: Unterhaltungen fürs Klavier in deutschen Gesängen.

Sicherer lassen uns die Beiträge, die er bisher zur Bosslerischen Blumenlese geliefert, auf seine musikalischen Talente schließen. Boßler in Speier besitzt seine sämtlichen Manuskripte.

Christmann besitzt auch Dichtergabe.Hätte auch Christmann, wie ich doch vermute, keinen großen Antheil an der Veranlassung und dem Plan der musikal. Realzeitung, ein Journal, das, so viel ich weiß, bisher den Erwartungen von ihm entsprach, so ist doch so viel gewiß, daß er bisher diese Zeitung mit Beiträgen versah, die sich. durch Gründlich- keit auszeichneten, und gewis zu den besten gehören. Diese meine Versicherung würde für das lesende Publikum außer allen Zweifel ge- ı Pfeffel widmete ihm 1785 das GedichtDer Stern(Poet. Vers. III 114), worin er des FreundesHerz für das Vaterland und die Freund-

schaft preist.