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Goethe an J. A. v. Beroldingen
€. Hodhwohlgeb. haben mir durh Ihr freundichaftlihes Schreiben ein ganz bejonderes Vergnügen gemadt. Es hat mid an jene gute alte Zeit erinnert, da ih das Glüd hres Umgangs und YJutrauens genoß, an eine Zeit, die mir ftets unvergeklid bleiben wird.
Der löblihe und jhöne Borjah, durd eine Preisaufgabe junge Künjtler aufzumuntern, ijt mir ein neuer Beweis des Antheils, den Sie an Künjten und Wiljenfhaften von je her genommen haben. Nur thut es mir berzlid) leid, dak ich in meiner gegenwärtigen Lage Ihre edlen Wünjhe nicht felundiren fann. Die Ausjtellungen, welde wir hier jährlih zu ähnlihen Zweden ein- leiteten, haben jeit 1805 aufgehört. Den Sommer über bin id) meijt abwejend und der Winter ijt von jo manderlei Beforgungen und Gejdhäften überdrängt, dak id) nicht gern eine neue Obliegenheit auf mid) nehmen möchte, bejonders eine folde, die mit Hin- und MWiederjendungen und aljo aud) mit Einpaden und Spediren begleitet jein würde. ud eine Erweiterung meiner Korrejpondenz babe ic alle Urfahe zu vermeiden.€. 9. verzeihen daher, wenn id einen für mid) und meine nädjten Kunjtfreunde jo ehrenvollen Auftrag ablehne und al mir die Hoffnung, dak ic) dabei von Ihrer Gunjt und Neigung nidhts verliere.
Höhft angenehm war es mir zu erfahren, da߀. Hodhw. aus dem großen Shiffbruhe dodh nod) jo Manches gerettet und jo Bieles um id haben, wo- duch das Leben genufreid” wird. Möchte es Ihnen erhalten werden, und ih noch Tange vernehmen, daß Sie bei guter Gejundheit ih in einer Jo ftürmifhen und unruhigen Zeit derjenigen Güter erfreuen, die eigentlih nur Frühte des Friedens find.
Durdl. d. Herzog erwidern hr freundliches Undenten auf das Aller- bejte und Schönfte und ic empfehle mid angelegentlihjt einem fortdauernden Mohlwollen.
Meimar, 3. Mai 1811. €. Hodhwürden ganz gehorfamfter Diener
Goethe. Fr. Strehle, Goethes Briefe I S. 54 f.
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Donnerjtag den 22ten Zebruar, Nahmittags halb 3 Uhr, vollendete hie“ felbjt die irdifhe Laufbahn im 78jten Lebensjahre, ein wegen feiner vielfeitigen Kenntniffe, Kunjtliebe, Herzensgüte, und feines geraden rehtlihen Sinnes jehr ahtungswürdiger und gefhäßter, teutiher Mann: der Hohwohlgebohrene
Herr Joseph Anton Siegmund Freiherr von Beroldingen
gewejener Reihsprobjt des Nittertiftes zu Odenheim, vormaliger Kapitular und Jubilarius bei den hohen Domitiftern zu Speyer und Hildesheim, Fürft Biihöflih Hildesheimifher wirklicher Geheime Rath, Probit bei dem Eollegiat- ftifte St. Guido zu Speyer, verjhiedener gelehrter Gejellichaften Mitglied!, nad) einer mehr als zweijährigen anhaltenden Kränklihkeit an AWltersihwäce und hinfinfender Lebenskraft. Er vollendete mit Ruhe, im vollen Bewultjeyn, und mit SHingebung in Gottes allwaltende Fürfehung, fitend und jhreibend mit der Bleifeder! Trauernd über den noch viel zu frühzeitigen Verluft diefes
„' Ehrenmitglied der physikalischen Gesellschaft zu Zürich und der ökonomischen zu Bern, 1784 Präsident der helvetischen Gesellschaft zuOlten. Dr.H.Pfannenschmid, Gottlieb Konrad Pfeffels Fremden- buch(Colmar 1892) 217..


