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Dank soll der Muse Tempel füllen, Ihr Opfer rauchen dir im Heiligtum, Ein Lied zu deinem ungeschminkten Ruhm Der Harf’ entströmen, aber nur im stillen!
Da du nicht eitlem Lobe frönst,
Nicht pharisäisch deine Gaben spendest, Den bloßen Schein des Guten höhnst, Nur für die Sache dich verwendest;
So darf nicht kühne Schmeichelei
Dein Ohr mit lautem Lobe plagen:
Es wär ein sich’res Feldgeschrei
Dich in das Weite zu verjagen.
Verschwiegen sei es darum aller Welt; Nur meinen Kindern darf ich’s sagen:
Seht, diese Bücher kaufte fremdes Geld, Sie sind Geschenk von einem meiner Lieben, Der mir sie unverdient, aus Freundschaft gab. Sein Name sei euch tief ins Herz geschrieben, Verehret einst noch dessen Asch’ im Grab!
Und ich?— Bei jeder Zeile, die ich lese, Gedenk’ ich deiner, drücke dir die Hand, Als ob ich noch an deiner Seite säße.
Der Freundschaft süßes Zauberband Umschlingt dann mich an deinem Busen So fest, so fest!— Im Traum der Musen Vergeß’ ich mich und meinen Stand. Und, oh! wie fühl’ ich mich verwandt Mit dir! Ich sprech’ im Ton der Brüder, Ergreife treulich deine Hand,
Und du drückst mir die meine wieder!
Du wirst es doch nicht übel nehmen,
Geliebter?— Ach, ich weiß sonst, was ich bin.
Der frohe Taumel nur reißt mich zuweilen hin Und macht das Herz mir überströmen Von Wonne, daß es einzig fühlt
Nur heiße Liebe, brennendes Entzücken, Bis mir Zerstreuung dieses Feuer kühlt. Dann seh’ ich mit verschämten Blicken Nach deiner goldnen Zinne hin;
Und sagt mir dann ein lächelnd Nicken, Daß ich nicht ganz vergessen bin:
Oh! so erhebt aus seinem niedern Sumpfe Mein Geist sich wieder im Triumphe!


