Aufsatz 
Beiträge zur Heimatkunde der Pfalz : 1. Teil. Schiller und die Pfalz / von Albert Becker
Entstehung
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XIV

Sophie La Roche an Schiller

d. 17(Januar) des Jahres 1797.

id) weilj nidt ob Schiller vergaff das ih einjt feinen Starken Geilt fürdtete, das Sie auf meine gerehte Verehrung Ihrer Berdienite einen werth legen folten erwarte ich niht aber diejf das Sie meinen GSeegen auf die Stunde annehmen, in welder die Klagen der Ceres aus bhren Henden Tamen.

Möge Ihnen der Himmel, in jedem moment hres Lebens durd) edles Glüf und edle Kreude die füjje wehmuth Tohnen mit welher ich jebo an das grab meines Franz und an die pflangen denfe, welde über feiner Hülle wahfen

Ihrer liebenswürdigen Gemalin erneure ih die Zärtlide Hodhadtung, welche fie mir in Speyer einflößte als die familie mid) mit einem Befucd beehrte!

Ewig ergebne v la Roche.

W. Fielitz in Schnorrs Arch. VIII(1879) 427. Dr. E. Müller, Schillers Calender Stuttgart 1893) 233.

XV

Isaak Maus an den Freiherrn von Beroldingen, Domherrn zu Speyer?

Was soll denn, liebster Beroldingen, Dafür dein trautes Mäuschen bringen, Weil du so herrlich es beschenkst?

Weil du in deiner höhern Sphäre,

In einem Stand voll Gold und Ehre, An deinen Freund im Dorfe denkst?

1 Auf der Rückreise aus der Schweiz Sommer 1784; s. dazu L. Urlichs, Charlotte von Schiller und ihre Freunde, Stuttgart 1865, III p. XII. Euphorion XII(1905) 804.

2Isaak Maus, Bauersmann zu Badenheim, bei Kreutznach, Poetische Briefe. Mainz, 1821. Bei Florian Kupferberg. 26. Brief. S. 7880. S. 168 sagt M. von sich:Meine Eltern waren fleißige Bauers- leute, die Erziehung ihres jüngsten Sohnes, von sieben Kindern, die ge- wöhnliche auf kleinen Dörfern. Mein Geist fing spät an sich zu ent- wickeln. Ich fühlte Hang zu mathematischen Wissenschaften, liebte philosophische Schriften, fing an Verse zu machen; und als ich in den gründlichen Wissenschaften mein System, nach den Fähigkeiten meines Geistes, fertig hatte, überließ ich mich ganz dem Zauber der Dichtkunst; las vieles und meistens Gutes, wozu mir einige Freunde verhalfen. Ar- beitete indessen fleißig auf meinem ererbten Gütchen, so daß im Dorfe niemand den spekulativen Schwärmer kannte und meine Felder ihn auch nicht verriethen. Man kann unseren Landsmann Isaak Maus einen deutschen Klijog nennen; daß Goethe ein Stück Brot von dem Tische dieses Schweizermoralisch philosophischen Bauern(1775) von Zürich nach Frankfurt sandte, zeigt, welcher Kultus mit den gelehrten Bauern

Sr Ann S. G. v. Loeper, Briefe Goethes an Sophie von La Roche