Aufsatz 
Beiträge zur Heimatkunde der Pfalz : 1. Teil. Schiller und die Pfalz / von Albert Becker
Entstehung
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Xu Wieland an Sophie La Roche(16. Febr. 1785)

ee Nun, I. Freundin, aud) nodh ein Wort von unjeren tleinen Angelegenheiten. Es it Zeit, daß ih wegen der Pomona Rechnung thue; id) Tann es aber nit, wenn Sie nit jo gütig find, in der Rechnung, die ic) Ihnen für den erjten Jahrgang ablegte, nahzufehen, wieviel id Shnen damals per saldo jhuldig blieb. cd behielt zwar damals eine Note davon zurüd; aber fie hat ji), bey Gelegenheit einer Ber- änderung meiner Zimmer, id) weiß niht wo unter der unendlihen Menge meiner Papiere verloren, zu welden id) eine eigne Canzley und einen a Regiitrator halten mühte, wenn alles immer in gehöriger Ordnung eyn Jollte.

So viel weiß id), daß id) vom 1jten Jahrgang der Pomona 36 Exemplare abgejeßt habe. Mit dem 2ten Jahrgang aber gieng es nicht mehr jo gut. Nicht nur in Weimar gieng verjhiedenes ab, fondern aud Hr. v. Blantenburg in Leipzig jhidte von den 21 Exemplaren, die er fih ohne Widerrede (in Hoffnung, wie er jagt, etwa nody Liebhaber dazu zu finden) monatlid) ihiden ließ, eilf wieder zurüd und bezahlte nur für 9. Herr Hofrat) Bode hat fid) immer 5 Ex. geben Iaffen, aber nod für feines bezahlt. Da er es aber, ohnfehlbar, über lang oder furz thun wird, jo können Sie, I. Fr.,(außer dem Betrag des Wejtes von 1783) für die abgejegten Exempl. von 1784 über 11!/, Louisdor A 9 fl. oder über 103 fl. 30 kr, bey mir disponieren; und ic erwarte Ihren Wink, ob id; Ihnen folde von Biberad) aus(wo id) nädjitens etwas Geld zu beziehen habe) nad) Speyer jhiden, oder Jie in Yrant- furt oder, wo es Ihnen fonjt gefällig ift, an Ihre Ordre bezahlen lafjen foll...

R. Hassencamp S. 275f.

X

SophievonLaRocheanJ.Sarasin und seine Gattin Gertrud

1 Speyer, den 20. Juli 1786.

Geftern, theurer Freund Sarrazin, erhielt ih Ihren Brief und vorgeftern ging einer von mir an Sie ab. Jd) freue mid) unendlid), dajj fie mit meiner Freymüthigtei, Ihnen Herren Merd zuzufhiden, zufrieden waren und bante Ihnen, daji Sie diefes mir fhreiben, Sie liebe redtihaffene Leute, deren Herz und Gefellihaft mir fo gute Tage gaben. Herr von SHohenfeldt jagt Ihnen beiden taufend Schöns und id will Ihnen einen Fleinen Gtreit lagen, welden id mit ihm hatte. Er führt meinen Carl nad Engelland und mid) mit feiner Frau Schwefter nad) Spaa und Holland, ja wenn lebte wohl genug bleibt und wir als gejheute Weiber uns aufführen, nicht Tremplen, nit delicat thun wollen, jo jollen wir in Zeit von 6 Wochen Spaa-Holland und London fehen. Mein La Rode ift in Frankfurt bey jeyner Schwelter tet wohl und gönnt mir diefe 6 Wochen reht gern. Nun mödte Herr von Hohenfeldt einen Creditbrief auf 3000 fl. nad) London haben Tönnte ihn duch die Vethmänner leiht erhalten, aber der Carafter diefes Haufes gefällt ihm nicht. Ihr Brief, mein Freund, Tam eine halbe Stunde nad) diefer Unterredung und id fagte Sarrazin giebt ihnen diefen Creditbrief gewilf mit viel mehr honetten Bedingungen als Bethmann. Nun H. v. Hohenfeldt wiljen, wohin er einen Depot von diefem Betrag für Sie niederlegen und dann den Crebitbrief in 10 Tagen von Jhnen erhalten fönnte wir wollen die Reife Jo jparfam mahen als möglid ohne Be- dienten, ohne Jungfer, wenig Kleider zu Prunf, nur Verftand und Sreundihaft die Fülle. Id werde der Schwamm von der Gefellihaft fern, der alles in fi) jaugen wird. MWünfhen Sie mir eine gejunde Seele und Augen, um alles zu bemerfen und wieder mitzutheilen. Der Himmel fegne die Luft zu