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IX Schiller an Henriette von Wolzogen
Mannheim d. 11. Auguft(Montag) 1783,
ie Noch dato war id) nirgends als in Oggersheim, wo die Cur- fürjtin wirflid rejidiert, und man mir das Schloß und den Garten gezeigt hat. In dem Wirthshaug wo id) im vorigen Jahr 7 Wochen gewohnt habe, bin id auf eine Art empfangen worden, die mid recht fjehr gerührt hat. Es it etwas freudiges von fremden Leuten nicht vergejen zu werden...... F. Jonas I 86.
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Schiller an Henriette von Wolzogen
Mannheim, den 13. Novemb.(Donnerjtag) 83.
et Die Staatsräthin von La Roche fenne ih fehr gut, und diefe Belanntihaft war eine der angenehmijten meines ganzen bieligen Lebens. Sie fezte Schwan jo lange zu, mid) nad) Speier zu bringen, dajj id wirklid, für meine Gejundheit zu früh, vor ohngefeht 6 Wochen ausging und mit ihm, feiner Tochter und Hofrath Lamais Toter die Reife mahte. Wir haben in grojer Gejelli haft mit ihr zu Mittag gejpeit, wo id) wenig Gelegenheit fand, lie redht zu genießen, doch fand ich gleich, was der Ruf von ihr ausbreitet, die fanfte gute geiftvolle Frau, die zwilhen funfzig und jehszig alt it und das Herz eines neunzehnjährigen Mäddens hat. Acht Tage darauf zieht mid) ein Landsmann M. Chrijtmann v. Ludwigsburg wieder nad) Speier, wo id) fie eine Abendjtunde lang ganz genos, und mit Bezauberung von ihr ging. Id weiß und bin jtolz darauf, dajf jie mit mir zufrieden war. Bei ihr habe id, eine mir eben jo|häzbare Belanntihaft gemadt. Herr Baron v. Hohenfeld, Domherr zu Speier, der mit Herrn von La Roche in Dienjten des Curfürften von Trier war, und welder, da der erjtere wegen gewifer Umjtände die ihm Ehre madjen mit Ungnade feine Dimission befam, feinem Freunde das Opfer bradte, eine Entlaffung zugleih begehrte, und die ihm angebotene lebenslänglide Penjion unter der Bedingung ausjhlug, dal) fie Herrn v. La Roche gegeben würde. — Diejer Herr v. Hohenfeld, der jegt die ganze la Rochifche Familie in jeinem Hauß bei ji) hat, worinn er nur ein Zimmer und eine Kammer für- id) be- hielt, ijt der edeljte Mann den ich fennen lernte, und mein Freund. Ein folder ‚ Man Tann mid) mit dem ganzen menjdhlihen Gejhleht wieder ausjöhnen, wenn id aud um ihn herum 1000 Schurken wieder begegnen mus.— Es freut mid), daß Sie der la Roche gefchrieben haben. In Zutunft laken Sie mid) die Mittelsperfon feyn, denn id) möchte gar gern zwei jold liebe gute Menjchen, wie fie beide jind, miteinander—(hier bridt der Brief ab).
F. Jonas 191.
XI La Roche an J. G. Jacobi
Speier am 29. Sept. 1784,
us, Ih preiße den Himmel, der Sie nad Freyburg führt— weil id) in dem Vorgang, welhen das Schaufpiel die Räuber unter den Studieren- den hervorbradhte, Beweiß von der Empfänglichkeit und Stärke ihrer Einbildung ift,— welde unter der Leitung des edlen Genius meines Freundes Jacobi auf den jhönen Weg edler Gefühle und edlen Denkens fommen wird,
Ernst Martin, Ungedruckte Briefe von und an Johann Georg Jacobi mit einem Abrisse seines Lebens und seiner Dichtung(B. Ten Brinks und W. Scherers Quellen und Forschungen zur Sprach- und Culturgeschichte der germanischen Völker II(Straßburg 1874) S. 35%.


