70
man erkennt daraus, wie Deutschland’s großer Genius schon frühe durch sein Talent Lohn u. Beifall ärndtete, u. man wird sich zugleich wundern, daß der später so ganz u. ausschließlich im Reiche der Poesie u. der ästhetischen Kunst Lebende sich auch einst in sehr verschiedenen Wissen- schaften, wie Medizin u. Chirurgie, auszuzeichnen vermochte.—
Karl Geib, in Lambsheim.“ G. Seebodes Neues Archiv f. Philol. u. Pädag. V(1839) Sp. 40. Vgl. A. v. Keller, Nachlese zur Schillerlitteratur, Tübingen 1860, Nr. 1, 4—6.
Vu
G. M. v. Laroche an Merck
Sranffurt, den 8. Januar 1783,
Wenn der geneigte Lejer nah der ihm beiwohnenden Perjpicacität fein Aug’ bemühen will, die erjte halbe Linie Ddiejes Blattes vor den übrigen zu perlujtrieren und den Urjahen der Dinge nadzudenten, jo wird er ungefähr erraten fönnen, warum id) feinen Brief vom 14. Dezember nit beantwortet habe. Das it: ih bin aus wichtigen, unfer Gemüt bewegenden Gründen Ihon vor 14 Tagen über Worms und Mainz nad der Zaijerlihen berühmten Wahljtadt verreijet und jeit Sylveitertag in der großen Sandgaljfe beim goldenen Kopf! wohnhaft: q.e.d. Die Karolin habe id) empfangen, ergo cessat debitum, Was hr Zeichner verzehrt hat, war nicht des Wufrehnens wert. Das mit- geteilte Manujtript hab’ ic zu Haufe verfhloffen, weil ic es gern mit Hohen- feld Iejfen mödte. Der Gedanfe des Herrn Goethe ift gut und um das Vaterland verdienftlid, doc ein bischen Handel in unferen Gegenden auszuführen. Die Erdlagen ändern von Hagenau bis Bonn in der Länge, und nad) der oberen Breite vom Odenwald bis in Lothringen, unten aber von der Luxem- burgijhen Eifel bis in das GSiegifhe gar zu merflih” und zu jchnell ab. Es ift zum Beweis, wo unjer Speierifher Sand am Neujtädter Gebirge aufhört, zwilhen dem roten Quaderftein und unter demfelben nod ein Gemenge von Kalt, der wieder einmal gegen Lautern in allerlei gewaltfam zujammen- gedrängter Gejdiebe abartet. Bejonders habe id in den Trippjtadter Thälern wunderbare Zerrüttungen gejehen, die meinen Berjtand jtille ftehen machen. Das Merk des Charpentier habe ih nicht felbjt; der Antauf war mir zu teuer. Dod will id, wenn id) heimlomme, es in Mannheim mit wieder aus- bitten und dann verjudhen, was zu thun it.
Viel Glüd zum ferneren Anodhenhandel! Herr von Hohenfeld wird die Wormfer Rathausfeltenheiten bejehen. In Mainz hängt an dem Kaufhaufe nidts als ein Wirbelbein von einem Wallfii. Memoria non extat, wo es hergelommen, aber es ijt gewiß|hon mehrere Jahrhunderte dort angefettet. Zu Erbah im Rheingau follen die Horodamilhen Erben ein ganzes Gtelett von etwas haben, das im Rhein gefunden worden. Item find bei der Mittib Adami in Heilbronn zwei Elefantenzähne mit Stüden der maxilla für 5 Karoline zu haben. late rl sjalel
Für Herrn Goethe? habe ein Käfthen Mineralien aus meinem Kabinet mit hierhergebradjt und feiner rau Mutter übergeben. Er wird mit einigen meiner jhönen folorierten Eifenitufen zufrieden fein. Vale, bis wir einander wiederfjehen———.“;
R. Asmus, G. M. De La Roche S. 145 f.
! Im Hause seines Schwiegersohnes Peter Anton Brentano.
2 Vom Moschellandsberg in der Pfalz besitzt Goethes Samm- lung mehrere Quecksilberamalgame aus der Baron Friedrich-Grube (Kürschner, Goethe 23, 204).


