Aufsatz 
Beiträge zur Heimatkunde der Pfalz : 1. Teil. Schiller und die Pfalz / von Albert Becker
Entstehung
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Vu Beitrag zu Schillers Jugendgeschichte

Schiller wohnte, nachdem er im Anfange der 1780er Jahre sich von Stuttgart entfernt hatte, bekanntlich eine Zeitlang in Mannheim, wo er für die Bühne wirkte u. seine Rheinische Thalia herausgab. Doch war sein gewöhnlicher Aufenthalt das nahe gelegene Städtchen Oggers- heim. Als er diese Gegend verließ, gab er einem dortigen Bekannten, dem jetzt verlebten Hn. Derheim, einige Diplome, die er als Zögling der Stuttgarter Militärakademie erhalten hatte, in Verwahrung, ohne sich jemals wieder danach zu erkundigen. Nach Schillers Tode sah der Unter- zeichnete diese Aktenstücke bei genanntem Hn. D., dem Freunde seines Vaters, u. der gute Mann überließ sie ihm, als einem warmen Verehrer der Schillerschen Muse, zum Geschenk, welches er nunmehr als eine köstliche, zur Lebensgeschichte des unsterblichen Dichters gehörige, Reliquie bewahrt.

Der Preisstücke sind vier, wörtlich und buchstäblich mit folgenden Aufschriften:

Patent für den Eleve der Herzogl. Militär-Akademie auf der Solitude, Johann Christoph Friedrich Schiller, vor den Preiß in der Griech. Sprache, ad Annum 1773.

Patent für den Eleve Johann Christoph Friederich Schiller, bei der Herzogl. Militär-Akademie zu Stuttgard, vor der Preiß in der Chirurgie, ad Annum 1779.

Patent für den Eleve Johann Christoph Friederich Schiller, bei der Herzogl. Militär-Akademie zu Stuttgard, vor den Preiß in der Materia Medica, ad Annum 1779.

Patent für den Eleve Johann Christoph Friedrich Schiller, bei der Herzogl. Militär-Akademie zu Stuttgard, vor den Preiß in der praktischen Medicin, ad Annum 1779.

Sämmtliche, mit dem Siegel der Akademie versehene, Patente sind auf Pergament ausgefertigt, das erste vom 14. Dec. 1773, unterschrieben von dem Intendanten der Herzogl. Militär-Akademie, Obristwachtmeister u. Flügel-Adjutant, Christoph Dionysius Seeger, dem M. Johann Friedrich Jahn, Prof., u. dem Bau-u. Herzogl. Militärakademie-Kassier, qua Ac- tuarius, Wilhelm Andreas Ergenzinger; die drei letzten vom 14. December 1779, unterschieben von dem gedachten Intendanten C. D. Seeger, als Obersten u. General-Adjutanten, des St. Karl Militär-Ordens Ritter, dem Prof. D. Consbruch, u. dem Rentkammer- u. Militärakademie-Sekretarius J. G. Seeger.

Obgleich Schreiber dieses bereits vor mehren Jahren von dem vor- liegenden Gegenstande eine Anzeige in dem Morgenblatte gegeben hat, so hält er es doch für zweckmäßig u. sogar für seine Pflicht, das An- denken desselben in gegenwärtiger Zeitschrift, die namentlich dem Fort- gange rein-wissenschaftlicher Bildung gewidmet ist, zu erneuen. Denn