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in feiner Jugend in einer folhen Zabrif aufhielt. Es ijt aber jo viel als aus- gemadht, da diefe Porzellanmalereyen nicht von feiner Hand, jondern nad) Zeid)- nungen von ihm gemahlt wurden.
Mir wurden zum Mittagefjen gebethen u. nahmen fogleid mit%reude an, denn in Gefellfhaft von Sophien zu feyn, ift wahrlid ein Vergnügen.— Sie mag nun[bon bey 50 Jahre alt fein. m ihrer Jugend war fie Berfafjerin des Fräulein v. Sternheim, u. von Rofaliens Briefen.— Im Umgang ver- bindet fie weiblihe Tugend und Anmuth mit männlihem Berjtand und ge- fundem Urtheil. Der Wahrheit u. Aufrihtigkeit und geradem Sinn zugethan ermahnte fie uns freundlid aud) uns als Schweizer diefen Tugenden getreu zu bleiben, und unjerer reyheit immer würdig zu feyn, welde jie über alles Ihäße. Sie fragte uns ob wir nod) die Eltern hätten, wie viel Gejdwilter u.|. w. „Säreiben Sie doh“, jagte fie dann,„Ihrer Mama redht fleijlig, thun Gie es ja nicht zu jelten, id; bitte Sie. Ih weiß aud aus Erfahrung, wie es einer Mutter ijt, wenn fie Söhne hat, die weit von ihr entfernt find; chreiben Sie ja reht oft, denn dieß ift die einzige Art, wie Sie ihr einigermaßen ihre gehabte viele Mühe und Sorgfalt vergelten können;— und das jollten Gie dod wo möglid thun.“— Ihre Familie befteht aus 5 Kindern, die ältejte Tochter ift in Frankfurth verheirathet!, und die 2te an einen gewillen Hn. Hofrath?, der aud) an der Tafel ja, aber die ganze Zeit über nit ein einziges Mort prad), fondern wenn er nihts mehr zu ejjen auf dem Teller hatte, avec gräce eine Prife Tabat nahm und dabey feine brillantnen Ninge jpiegelte. Schade dak ihm eine jo jhöne und gejheute Frau zu Theil geworden it!— Der ältite Sohn? hat franzöfifhe Dienfte genohmen, bey dem Regiment Royal Deuxpontst, weldes izt in Amerika ijt, und neulid bei der Gefangennehmung der Cornwalliihen Armee mitrüdte.— Die beiden Jungen? find no zu Haufe, jehr gut gejittete artige Jünglinge. Auffer diefen“Perfonen war nod ein Fremder an der Tafel, Hr. Bode, der berühmte Schriftjteller und Überfeßer der Alten; fein äußerlihes it eben nicht jehr einnehmend noch für den Um- gang geihaffen, und zeigt den groffen Mann nicht, der in ihm jteden joll.— Endlich) jaß no ein mir unbefannter Mann, mit[hwarzem Kleid, runder Perüde u. Ordensfreuz an blauem Bande bey Tiih; vermuthlih aud ein gelehrter Freund vom Haufes.— Laroche ijt ein guter rehtjhaffner Mann, der viele gelehrte Kenntniffe bejit, und größtentheils nur jeiner Geradheit willen die KRanzlerftelle am Teierfhen Hof durd Hoflabalen verlor. So interejjant im Umgang als feine rau ijt er indeffen nicht; diefe jheint ein wahres Mufter eines vortrefflihen Frauenzimmers zu jegn. Sie Jhämt ji nit Weib zu feyn, wie viele thun, die gerne gelehrt Theinen wollen;— fie rechnet es ji zur Ehre und zum Vergnügen Hausmutter u. Mutter von 5 Kindern zu feyn, die fie zärtlid liebt und von denen fie ebenjo wieder geliebt wird. Mit den weiblihen Tugenden verbindet fie Stärke und Yeltigleit des Geijtes, u. Liebe zu den Wilfenihaften. Ihre Gedanten drüdt jie allemal mit den idlidjten und beiten Worten aus, ohne fie jedod) ängitlih zu fuhen.— Bey Anlah einer alten Gemme mit dem Kopf des Phocion jagte fie: Niht wahr Gie tönnen hriehijh?— Danten Sie nur hren Eltern u. Lehrern reht herzlid) dafür, denn diefe Sprade ift die Quelle der ädhten Gelehrfamteit.— Beym Abihied fagte fie zu uns: Bleiben Sie immer Freunde, verlaffen Sie einander
An P. A. Brentano. 5 on von Goethes Mutter„Ungeheuer“ und„Untier‘‘ genannt. ritz. Bei dem auch der Gatte Charlottens v. Kalb diente, Karl wurde tüchtiger Beamter der preußischen Bergverwaltung, Franz, Forstmann, starb 1791. Anhang XIV.
6 Hohenfeld?
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