Aufsatz 
Die Sueven
Entstehung
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18. römiſchen Caſtellen ſowohl wie in Gallien konnten die Sueven Silber und Gold finden. Aus dieſer Lage erklärt ſich auch die Anweſenheit des Auguſtus und Tiberius in Gallien ann. 10, wie auch der dürftige Bericht über dieſen Kampf. Druſus wird nämlich am untern Main von den vereinten Germanen angegriffen, wobei ſich die Nervier Senectius und Anectius auszeichnen(Livius epit. 139); er behauptet aber beſonders Mainz. Die angrei⸗ fenden Germanen werden zurückgeworfen; die Mattiacer unterwerfen ſich wieder und bilden von der Zeit an einen Theil des römiſchen Reiches. Wenn Florus l. c. vor der Niederlage der vereinten Germanen einen Sieg des Druſus über die Marcomannen ſpeciell erwähnt, ſo können wir annehmen, daß die am Main wohnenden Marcomannen zuerſt allein einen Sturm auf die römiſchen Verſchanzungen gewagt haben, aber zurückgeſchlagen ſind. Bemerkenswerth iſt es, daß Druſus im Jahre 10 auch nach ſeinem Siege nicht weiter in das feindliche Land eindringt; vielleicht iſt die Zeit ſchon vorgerückt, oder Druſus fürchtet noch eine offene Feld⸗ ſchlacht gegen die vereinten Germanen.

Da die Sueven am Mittelrhein durch die römiſche Stellung bei Mainz von ihren Stammesverwandten abgeſchnitten ſind, da der gemeinſame Angriff der Germanen auf dieſe Stellung abgeſchlagen iſt, geben die Sueven die Hoffnung auf Wiedereroberung dieſes Ge⸗ bietes auf und ziehen ſich zurück, und das iſt die Wanderung des Marbod nach Böhmen gegen Ende des Jahres 10 v. Chr. Als nun Druſus im Jahre 9 wiederum nach Mainz kam, konnte er den Catten ſeine Rache für ihren Abfall fühlen laſſen; denn er war jetzt vor den Sueven ſicher. Jetzt konnte er ſeinen urſprünglichen Plan, die Iſtävonen zu unterwerfen, wieder aufnehmen und bis an die Elbe vordringen. Er zog bis an die Grenze der Sueven, griff ſie aber nach ſeinem alten Plane nicht an. Andererſeits verhielten ſich die Sueven dauuals ruhig, ähnlich wie Arioviſt nach der Niederlage bei Sennheim. Und es war ein Glück für Deutſchland, daß der ebenſo muthige wie talentvolle Druſus in der Blüte ſeiner Jahre durch einen Sturz vom Pferde ſein Leben verlor ogl. Livius epit. 140. Die Iſtävonen waren ſchon eben ſo ſehr unterworſen, wie die Gallier von Cäſar nach den drei erſten Jahren des galliſchen Krieges.

Auf die Nachricht von der Krankheit des Druſus eilte Tiberius ſofort nach Deutſch⸗ land und führte das Heer an den Rhein zurück und die Leiche des Bruders nach Rom. Im darauffolgenden Jahre, 8 v. Chr., ging Auguſtus ſelbſt nach Gallien und ſchickte den Tiberius über den Rhein. Die Barbaren(Iſtävonen) ſandten Friedensunterhändler mit Ausnahme der Sigambern. Auguſtus wies aber alle Friedensanträge zurück, wenn nicht auch dieſe ſich einfänden. Endlich kamen auch dieſe, viele und angeſehene Männer. Auguſtus aber ließ ſie ergreifen und vertheilte ſie in verſchiedene Städte, wo ſie ſich ſelbſt tödteten. So Dio 55, 6. Nach Sueton: Tiberius 9 ſind noch 40,000 Sigambern über den Rhein verſetzt worden vgl. Strabo VII, 1, 3.(40l0ο ⁹˙εεοσ 041νοο 2αα α Toοꝓνέόαηρόέμορσ ⁴α⁴έσσο). Das iſt die erſte That des Tiberius in Deutſchland, hinterliſtig und ſchlecht, aber von großer Trag⸗ weite. Denn damit iſt das Band zerſchnitten, welches den iſtävoniſchen Stamm zuſammengehalten hat. Der König und die königliche Familie ſind abgeführt cf. monum. Ancyr. 32, das Volk, welches an der Spitze des ganzen Stammes ſtand, iſt ſo geſchwächt worden, daß es an Macht andern Stammverwandten nachſtand, römiſche Freiheit wurde jetzt den Germanen vorgeſchwätzt, und Tiberius ſorgte auf alle Weiſe dafür, daß Keiner wieder an die Spitze des ganzen Stammes geſtellt wurde. Weil kein politiſches Band für die Iſtävonen mehr exiſtirte, koſtete es dem Tiberius und ſeinen Nachfolgern in Niedergermanien wenig Mühe, das Land in Botmäßigkeit zu erhalten. Freilich brechen auch hier, wie in Gallien, unter Cäſar kleine Auf⸗