Aufsatz 
Die Sueven
Entstehung
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man an dem Uebergewicht der Sueven am Rhein vgl. Strabo VII, 1, 3, an dem Unbe⸗ kanntſein der einzelnen iſtävoniſchen Völker, die erſt durch Druſus und Tiberius bekannt wurden, an den Wanderungen germaniſcher Scharen in römiſches Gebiet. Die Stelle bezeugt ferner, daß Agrippa die Ubier ſchon vor längerer Zeit(uichtf) hinübergeführt hat(im Jahre 37 vgl. oben), ferner daß 2cν/ 10 8 Toroutous römiſche Feldherrn eine Brücke geſchlagen haben. Dieſes muß vor der Ankunft des Druſus geſchehen ſein, ſonſt hätte Strabo wohl dieſen Stiefſohn des Auguſtus genannt. Wahrſcheinlich iſt ſie gebaut bei Mainz nach den Empö⸗ rungen, die von Vinicius und Agrippa niedergehalten ſind anno 25 u. 19, vielleicht auf Ver⸗ anlaſſung des Agrippa von deſſen Nachfolgern, um die Unterſtützungen der germaniſchen und galliſchen Empörungen durch die Sueven unmöglich zu machen, alſo in den Jahren 19 16 v. Chr. Ferner bezeugt jene angegebene Stelle Strabos, daß damals von den Sueven ge⸗ drängt, noch andere Germanen nach Gallien flohen. Als ſolche nehmen wir die Bataver an, die ſich auf der Rheininſel niederließen. Vielleicht gehören hierhin auch die Mattiacer, eben⸗ falls ein cattiſcher Gau, die etwas ſpäter von Druſus wieder über den Rhein geführt und im Lande der Sueven angeſiedelt wurden.

5. Druſus am Rhein.

Während ſeiner Anweſenheit in Gallien anno 16 und 15 faßte Auguſtus den Plan, Ger⸗ manien zu unterwerfen, wie Florus IV, 12, 21 ſagt, zur Ehre Cäſars, hauptſächlich aber um die Einfälle der Germanen in roͤmiſches Gebiet zu verhindern; die clades Lolliana gab die Veranlaſſung. Deswegen ließ er die ganze Rheinlinie befeſtigen und im Jahre 15 Rhaetien und Vindelicien durch ſeine Stiefſöhne unterwerfen(Dio 54, 22), nachdem das Gebiet der Salaſſer bereits anno 25(Dio 53, 26) und Noricum anno 16 durch den Legaten Silius(Dio 54, 20) erobert war. Dadurch ward auch die Donau Grenzfluß gegen Ger⸗ manien. Auguſtus nimmt nun den Plan Cäſars wieder auf, die Stämme der Deutſchen aus einander zu halten und dieſelben einzeln niederzuwerfen. Zunächſt ſollte der Angriff den Iſtä⸗ vonen gelten, zumal dieſe ſchon durch innere Zwietracht geſchwächt waren. Unter ihnen hatte ſich ſchon eine römiſche Partei gebildet, die mit Hülfe der Römer ſich der Sueven erwehren wollte. Der alte und tief gewurzelte Haß der Sigambern insbeſondere gegen die Römer hielt aber dieſe römiſche Partei in Schranken. Den Weg in das Herz der Sigambern und ihrer Stammesgenoſſen bezeichnet die Lippe; daher wird castra vetera als Ausgangspunkt der erſten Operationen genommen. Ein römiſches Heer mußte ſchon in der Nähe ſtehen zur Deckung des großen Druſuskanals, der die Verbindung des Rheins mit der Yſſel und dadurch vermittelſt des lacus Flevo mit dem nördlichen Ocean herſtellte. Den hier angeſiedelten Batavern fiel auch zunächſt die Bewachung des Canals zu. Die am Ocean wohnenden Germanen(Ingä⸗ vonen) ſollten von der Verbindung mit den rheiniſchen Iſtävonen abgehalten, nöthigenfalls durch einen Zug zur See geſchreckt werden. Wie die Völker am Ocean ſollten auch die Sueven am Rhein und Main von einer Verbindung mit den Iſtävonen abgeſchreckt werden. Dieſe hatten ſich in der letzten Zeit den Römern feindlich gezeigt, und die Eroberung der Donaulinie ſeitens der Römer wird ſie noch unruhiger gemacht haben. Deswegen werden am Rhein und an der Donau neue Befeſtigungen angelegt, insbe⸗ ſondere ſcheint Mainz als Hauptbefeſtigungspunkt der ganzen Rheinlinie den Sueven gegen⸗ über in's Auge gefaßt zu ſein. Um ſo wichtiger wurde Mainz, weil von hier aus die Ver⸗ bindung der Sueven im alten Uſtipeter⸗, Tencteren⸗ und Ubier⸗Lande mit den Sueven Süd⸗