13 römiſche) Germanien und Gallien, ſchlugen die römiſche Reiterei, ſtießen bei der Verfolgung auf den Legaten Lollius und beſiegten auch dieſen(nach Vellejus Paterculus II, 97, ging der Adler der fünften Legion verloren). Auguſtus eilte herbei, fand aber nichts mehr zu thun. Die Germanen hatten ſich auf die Nachricht von den Rüſtungen des Lollius und der Ankunft des Auguſtus in ihr Land zurückgezogen»x 0rο σές εmeευ⁶αμυιο dνιυοωυε ⁶ισνωιε. Auguſtus blieb aber noch das folgende Jahr 15 in Gallien, rolld dεν„αο ⁶⁶ τυν Keslτινν, π² 3½ 2 h)ou³μ uακιe⁴οι τυν⁶ς εναιναιέναο. So weit Dio. Unbeſiegt Geiſeln geben! das iſt keine germaniſche Sitte; lautet doch die Rede der Vorfahren der Uſipeter und Tencteren bei Cäſar IV, 7 ganz anders. Wundern dürfen wir uns daher nicht, wenn Euſebius in ſeiner Ge⸗ ſchichtstabelle für dieſes Jahr kurz angibt: M. Lollius überwindet die Deutſchen, welche zu den Waffen gegriffen hatten, und wenn Julius Obsequens de prodigiis 131 ſagt: insidiis Ro- manorum Germani circumventi sub M. Lollio legato graviter vexati, da ja die Germanen über den Rhein zurückgehen und Geiſeln ſtellen. Aber gegen die ältern und gewichtigern Zeugen können dieſe ſpätern keinen Glauben verdienen, zumal auch Sueton. Octavian. 23 ſagt: Graves ignominias cladesdue duas ommnino, nec alibi quam in Germania, accepit Lollianam et Varianam, sed Lollianam maioris infamiae quam detrimenti, cf. Tac. ann. I, 10. Druſus ferner greift anno 12 die Sigambern an; hatten dieſe denn die Verträge gebrochen? Und doch finden wir bei dieſem Zuge des Druſus einen Gau des iſtävoniſchen oder ſigambriſchen Stammes auf Seiten der Römer, und das ſind die Bataver. Dieſe Bataver ſind es wohl geweſen, welche den Krieg gegen die Römer nicht fortſetzen wollten, vielmehr mit ihnen Frieden ſchloſſen, Geiſeln ſtellten und dafür Land am Niederhein auf der Bataverinſel erhielten. Tacitus Germ. 29 nennt die Bataver Cattorum quondam populus et seditione domestica in eas sedes trans- gressus, in quibus pars Romani imperi fierent ef. Tac. hist. IV, 12. Die Catten haben wir ja zu den Iſtävonen gerechnet, die damaligen Schriftſteller kannten die einzelnen Völker⸗ ſchaften des Stammes noch nicht, daher die allgemeine Bezeichnung Sigambern bei Strabo IV, 3, 4. Auch das ſpätere B undesverhältniß der Bataver ſchließt auf einen Vertrag, und es iſt keine Zeit dazu paſſender als die Anweſeuheit des Auguſtus in Gallien in den Jahren 16 und 15 v. Chr. Im Jahre 16 fallen alſo die Sigambern und Uſipeter und Tencteren d. h. der iſtävoniſche Stamm,(unter Anführung des Sigamberfürſten Melo? vgl. Strabo VII, 1, 4) in Gallien ein, ſchlagen den Lollius, ziehen ſich aber vor einem neuen römiſchen Heere zurück. Zwietracht iſt unter ihnen entſtanden, und die Bataver insbeſondere wollen nicht in ihre Wohnſitze zurück, wahrſcheinlich weil ſie in dieſen von den Sueven bedrängt worden waren. Die Catten ſind ja auf drei Seiten von den Sueven eingeſchloſſen, von der Saale, dem Main und Rhein. Um aus dieſer gefährlichen Lage herauszukommen, ſchließen ſie ſich jetzt an Rom an, machen Frieden mit Auguſtus, der ſelbſt nach Gallien geeilt war, und erhalten von dieſem Land am Niederrhein, gerade wie die Ubier. Die Niederlage des Lollius hat den Römern daher wohl Schande, aber keinen Nachtheil gebracht, zumal die Bataver in der nächſten Zeit eben ſo gut die Wacht am Rhein halten, wie die Ubier. Was nun die Sueven angeht, ſo folgt aus dem Geſagten und aus Strabo IV, 3, 4, daß ſie nach der Verdrängung der Ubier nicht Halt gemacht haben, ſondern vielmehr nach ihrer ge⸗ wohnten Weiſe langſam und immer mehr die Catten bedrängt haben. Der cattiſche Gau der Bataver und vielleicht auch die Mattiacer räumen ihre alten Wohnſitze, und die Sueven bedrängen weiter die andern Gaue der Catten.— Dieſer Darſtellung der Vorgänge des Jahres 16 ſteht nur entgegen Cäſar b. G. IV, 10, der die Bataverinſel nennt. Demnach hätten die Bataver ſchon zu Cäſars Zeit auf jener Inſel gewohnt. Doch die Stelle iſt verderbt. Nach den Codices
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