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gehenden nur Iſtävonen geweſen ſein, vielleicht von Ambiorix und Commius gewonnen.— Cäſar hat in den Jahren 58— 51 Gallien unterworfen. Da er den Bürgerkrieg vorausſah, die Truppen alſo aus Gallien herausziehen mußte, hielt er nochmals Ende 51 eine große Truppenſchau im Gebiete der Trevirer VIII, 52, ſicherlich um die Germanen abzuſchrecken, in ſeiner Abweſen⸗ heit in Gallien einzufallen. Gallien war ja vollſtändig ermattet und unterworfen; das mili⸗ täriſche Schauſpiel ſollte den Germanen, den Iſtävonen ſowohl wie den Sueven, zurufen: Sueven und Sigambern! Seht hier die römiſche Macht; das römiſche Volk iſt unbeſiegbar!
Alſo auch die letzten Jahre des galliſchen Krieges zeigen uns, daß Cäſar die Stammes⸗ verſchiedenheit der Sigambern und der Sueven, der Iſtävonen und Herminonen, gekannt und benutzt hat; ſie zeigen uns, daß er nicht allein die Sueven im Taunus und Weſterwald, ſon⸗ dern auch die im Elſaß und der Pfalz in Ruhe gelaſſen hat; ſie zeigen uns, daß die Sueven nach der Niederlage des Arioviſt niemals Cäſars Feinde unterſtützt haben; die letzten Jahre des galliſchen Krieges widerſprechen alſo nicht der Vermuthung, daß Cäſar ſchon von Anfang an die Sueven in ſein Intereſſe gezogen hat. Anderntheils aber ſind es die Iſtävonen, welche Roms Feinde in Gallien immer unterſtützen; es ſind die Iſtävonen, gegen welche Cäſar ſelbſt zweimal über den Rhein ſetzt. Den Rückzug mußte jedesmal der gewaltige Name der Sueven rechtfertigen, welche er auf keinen Fall reizen durfte und in Wirklichkeit nicht gereizt hat.— Die ſueviſchen Völker, welche ſich am Mittelrhein niedergelaſſen haben, werden uns von Cäſar und den Römern nicht näher bezeichnet; es ſteht aber nichts im Wege, hier dem Ptolemäus II, 11, 9 zu folgen, der wohl aus der Weltkarte des Agrippa, freilich für ſeine Zeit ganz falſch unterhalb der Sigambern die Touio ‿⁴eυνο⁴αεσ⁶οο n"ennt. Darnach wären alſo die Sueven am Mittelrhein Langobarden geweſen; damit würde Tacitus Germ. 40 ſtimmen, der von den Langobarden an der untern Elbe ihre geringe Anzahl hervorhebt. Ob die von Pto⸗ lemäus l. c. weiter genannten Te„ 00(Te„*αεε⁸m, Tvyjoicves(Iyricves Engern?), Tyrουέοηι, doyiννee, Kaoονreoi und O6mο langobardiſche Gaue geweſen ſind oder nach der Auswanderung der Rheinſueven hier eingewandert ſind, läßt ſich bei der confuſen Darſtellung des Ptolemäus nicht entſcheiden. Auch jetzt noch vorkommende Namen, die viel⸗ leicht von dieſen hergeleitet werden könnten, würden hierin nichts beweiſen.
In den Stammſitzen zwiſchen Elbe und Oder wären demnach von den Sueven geblieben außer den Reſten der ausgewanderten insbeſondere die Semnonen und wohl größtentheils die Hermunduren, vgl.§ 2 fin.
4. Die Rheinſueven bis zur Ankunft des Druſus in Gallien.
Während der Bürgerkriege zwiſchen Cäſar und Pompeius und deſſen Anhängern bleiben Gallien und Germanien ruhig. Als aber Cäſar alle ſeine innern Feinde niedergeworfen hatte, faßte er den großen Plan, die Niederlage des Craſſus an den Parthern zu rächen und nach deren Beſiegung durch das Land Scythen und Germanen bis an den Rhein in ſein Gallien vorzudringen(Plutarch vit. Caes. 58) und auch dieſe Länder bis zum nördlichen Ocean zu erobern, damit Luft und Waſſer allein die Grenzen des römiſchen Reiches bildeten(vgl. Dio 44, 43). Aber an der Ausführung dieſes, nur in dem Geiſte eines Cäſar möglichen Planes wurde er gehindert durch ſeine Ermordung. Auch nach ſeiner Ermordung blieben Gallien und Germanien wider Erwarten vieler Römer ruhig, cf. Cicero ad Attic. XIV, 9: Balbus litteras habebat: Germanos illasque nationes re audita de Caesare legatos misisse ad Aurelium, qui est propositus ab Hirtio, se, quod imperatum esset, esse facturos. Quid


