Aufsatz 
Die Sueven
Entstehung
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mehr; ſein Angriff galt den Iſtävonen, die er wirklich mit Hülfe der Ubier ebenſo auseinander ſprengen wollte, wie er im Jahre 57 die Belgier mit Hülfe der Remer unterworfen hatte, dann hätte er ſpäter von Norden und vom Rheine her die Sueven angreifen können. Dieſes gelang ihm aber nicht, und deswegen ſchweigt er. Andererſeits war der Namensunterſchied zwiſchen Sigambern und Sueven zu groß, als daß ſie einen Bund gegen den gemeinſamen Feind damals ſchon geſchloſſen hätten, zumal die Sueven von den Römern nicht gereizt wurden.

Um ſo nothwendiger mußte Cäſar die Germanen von einem Einfalle in Gallien abſchrecken, als die Trevirer, welche ſich bis dahin ruhig verhalten hatten, anfingen gegen die Römer auf⸗ zutreten und transrhenaniſche Germanen zu Hülfe zu rufen. Dieſe hatten im Jahre 58 aus Furcht vor den Sueveu dem Cäſar die Ankunft derſelben am Rhein gemeldet; aus Furcht vor den Sueveu betheiligten ſie ſich nicht an dem gemeinſamen Kriege der Belgier gegen Cäſar, ſchickten im Gegentheil dieſem Hülfe gegen die Nervier vgl. II, 24. Im Jahre 56 aber regte ſich bei ihnen die antirömiſche Partei, und Labienus rückte deswegen mit der Reiterei in ihr Land vgl. III, 11. Im Jahre 55 ſcheinen ſie die Uſipeter und Tencteren in ihr Intereſſe ge⸗ zogen zu haben vgl. IV, 5. 6. Deswegen faßte Cäſar nach der Niederlage dieſer Völker und nach ſeinem erſten Rheinübergange anno 55 die Trevirer beſonders in's Auge, und eilte zu Aufang des Jahres 54, ehe er zum zweiten Male nach Britannien zog, in ihr Land und brachte die römiſch geſinnte Partei des Cingetorix an's Ruder. Hier V, 24 ſpricht er zum erſten Male von den innern Verhältniſſen der Trevirer. Dem römiſchen Cingetorix ſtand der germaniſche Indutiomarus gegenüber, welcher germaniſche Hülfe gegen Rom ſuchte, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß es den Trevirern erginge wie den Sequanern bei der Hülfe des Arioviſt. Die frühere Furcht vor den Rheinſueven, wie das Anſchließen an die Uſipeter und Tencteren deuten darauf hin, daß Indutiomarus zuerſt die Hülfe der Iſtävonen ſuchte, beſonders alſo der Sigambern. Er gewann an Anſehn, nicht nur bei den Trevirern, ſondern auch bei deren Clienten, insbeſondere den Eburonen, an deren Spitze Ambiorix ſtand. Che noch die germa⸗ niſche Hülfe da war, griff Ambiorix, weil Cäſar unvorſichtiger Weiſe die Legionen im Winter 54 53 getrennt im nördlichen Gallien in die Winterquartiere gelegt hatte, das römiſche Lager im Eburonenlande an, vernichtete ein und eine halbe Legion und zog dann eiligſt gegen den Cicero in's Gebiet der Nervier, wurde aber hier von dem herbeigeeilten Cäſar zurückgeſchlagen. Auch Indutiomarus brach auf gegen den Labienus, der an der Grenze der Trevirer im Gebiete der Römer im Winterquartiere ſtand; er zog jedoch langſamer heran, weil er auf die germa⸗ niſche Hülfe wartete, durch den Ambiorix aber zu offener Handlung gezwungen war. Jedoch ſchon ehe er angriff, kam ihm die Nachricht von der Rettung des Cicero, er zog ſich zurück und ſchickte dringend um Hülfe über den Rhein; die Germanen aber kamen nicht. Wohl ſchloſſen ſich viele Gallier an ihn an; er zog wiederum ohne germaniſche Hülfe zu Felde, fiel aber gegen den Labienus vgl. Cäſar V, 27 58.

Im Jahre 53 brachte Cäſar ſein Heer auf 10 Legionen, griff die Gallier einzeln an und unterwarf ſie; auch die Trevirer wurden von Labienus bezwungen. Cäſ. VI, 78. Auch damals hatten die Anhänger der Indutiomarus über den Rhein um Hülfe geſchickt; aber die zunächſt wohnenden(die Rheinſueven) hatten dieſe Hülfe ausgeſchlagen; VI, 2, nur die ent⸗ fernter wohnenden wollten herbeieilen, kehrten aber auf die Nachricht von der Unterwerfung der Trevirer zurück. Cäſar beſchloß deswegen, zum zweiten Male über den Rhein zu gehen; zugleich wollte er die Germanen abſchrecken, den Ambiorix bei ſich aufzunehmen: da kommen die Ubier und ſagen, nicht ſie hätten den Trevirern Hülfe geſchickt ſondern die Sueven. Aus der ganzen Darſtellung Cäſar VI, 9 10 läßt ſich ſchließen, daß er glaubte, nicht die Sueven,