Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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beſtritten. In jenem Nachtragsbudget ſind für die gedachte innere Ausſtattung unſrer Anſtalt nur c. 2500 fl. vorgeſehen; alſo bleiben von den Fondsrevenuen ſchon 2000 fl. übrig, und ſchon um dieſen Betrag beziffern ſich natürlich Staatsbeitrag und ſtädtiſcher Beitrag geringer. In andren Anſtalten, welche keine Fonds beſitzen, muß ſogar aus der Schulgeldeinnahme die innere Ausſtattung beſtritten werden, und die Zuſchüſſe des Staats und der Gemeinde erhöhen ſich um den Betrag, welcher von dem Schul⸗ geld für die innere Ausſtattung entnommen wird. Da aber bei uns die für die innere Ausſtattung beſtimmten 2500 fl. nicht vom Schulgeld abgehen, und die ganze Schul⸗ geldeinnahme für die Beſoldungen verwandt wird, ſo vermindert ſich der Beitrag des Staates und der Stadt auch um den Betrag dieſer 2500 fl. Demnach ſparen, im Vergleich mit andren Anſtalten, welche keine Fonds haben, Staat und Stadt bei unſrer Anſtalt alljährlich 4500 fl., d. h. ihre Beiträge beziffern ſich um den geſammten Betrag unſrer Fondsrevenuen niedriger, als es dann der Fall wäre, wenn wir keine Fondsrevenuen hätten. Vertheilen wir dieſe 4500 fl. auf Staat und Stadt, ſo fällt in Folge des Umſtandes, daß wir einen beträchtlichen Fonds haben, im Vergleiche mit andren Anſtalten, welche keine Fonds haben, dem Staate eine jährliche Entlaſtung im Betrage von 2250 fl. zu. Dieſer Jahresbeitrag von 2250 fl. repräſentirt ein Capital von 45,000 fl. zu 5%. Und wir meinen: weil der Staat es nicht nöthig hat, unſre Fondsrevenuen ſo zu verſchlingen, daß wir auch nicht den allergeringſten beſonderen Vortheil davon hätten, ſo möge er uns zu unſrem Neubau als Subvention ein Capital von 45,000 50,000 fl. geben, deſſen Zinſenbetrag er alljährlich in den oben berechneten 2250 fl. unſrer Fonds⸗ revenuen empfängt. Gibkt er doch andren Anſtalten ſogar die Mittel für alle Bedürfniſſe, ohne von denſelben Fondsrevenuen einzuziehen. Die Realſchulen der kleineren Städte des Landes zahlen geringſte ſtädtiſche Zuſchüſſe, ſo daß auf den Kopf der Be⸗ völkerung nur 1 fl. als Gemeindebeitrag zu jenen Schulen kommt. Alsfeld zahlt 3300 fl., Michelſtadt 3500 fl., Alzey 5000 fl.: alles Fehlende gibt der Staat. Dort bringt er Opfer. In Worms wahrlich nicht. Sollten wir denn in Worms niemals deſſen froh werden, daß wir den ſtattlichen Fonds beſitzen? Iſt derſelbe wirklich für alle Zeit nur dazu da, dem Staate und der Stadt Worms die Leiſtungen für unſre Anſtalten zu erleichtern?

Man könnte vielleicht, obwohl man zugeſteht, daß der Staat für die Gymnaſien zu ſorgen habe, und obwohl der Staat den Gymnaſien zu Darmſtadt, Gießen, Mainz und Bensheim für Locale geſorgt hat, nun ſagen: den zwei einzigen Gymnaſien, welche jetzt noch ungenügende Locale haben, denjenigen zu Büdingen und Worms, könnten zu Neubauten Staatsſubventionen nicht bewilligt werden, weil dies gefährliche Folgen haben könne; denn der Staat werde dann auch noch in andren Fällen um Subventionen angegangen werden, und es müſſe deshalb auf dieſer Bahn Halt geboten werden. Allein dieſer Einwurf iſt nicht zutreffend. Durch die Gewährung von Subventionen an die