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ſo iſt in jener Zeit des zarteſten Jugendlebens die beſondere Art der Bildung des Ge⸗ müthes und der Phantaſie, der Geiſtes⸗ und Charakterentwickelung, welche ſchon neben dem Unterrichte in jenen elementaren Lehrgegenſtänden gepflegt werden kann, von der allergrößten Bedeutung. Alſo wollen wir in den Elementarklaſſen der Vorſchule nicht Ueber⸗ bürdung mit Lehrgegenſtänden, welche verfrüht in Angriff genommen werden(wie in den Mädchen⸗ ſchulen!), ſondern Elementarunterricht und ächten Erziehungsunterricht! Wir wiſſen dabei, daß keine Elementarſchule dieſer ſeeliſchen Aufgabe fern ſteht, daß ſogar der Unterricht in allen Elementen auf die Elemente des Seelenlebens zurückzuführen iſt; aber das ſteht un⸗ ſtreitig feſt, daß ſogar der gar leicht ans Mechaniſche grenzende Elementarunterricht in die Kindes⸗ ſeele um ſo fruchtbringender eindringen kann, je erleſener die Schaar der Zöglinge iſt, welche mit einander in den Elementen unterrichtet werden. Aus der erwähnten Thatſache erklärt es ſich auch, daß gut eingerichtete Elementarklaſſen vieler Privatlehranſtalten, daß Vorſchulen zu höheren Lehranſtalten geſucht, geehrt und gepflegt werden. In dem angedeuteten Sinne vermögen auch wir in einer Vor⸗ ſchule, wie man ſie von uns zu erhalten wünſcht, Geiſt und Herz der kleinen Zöglinge durch entſprechende Unterrichtsſtoffe zu bilden. Im Vorerzählen und Wiedererzählen von Märchen und Geſchichtchen leben ebenſo Phantaſie und Gemüth der 7⸗ bis S⸗jährigen Kinder auf, wie die älteren Vorſchüler gerne Sagen und Geſchichten des Alterthums und des Mittelalters hören. Die Gewandt⸗ heit der Sprache, welche bei dem Wiedererzählen erworben wird, iſt nur ein Mittel und Kenn⸗ zeichen der Bildung, welche den Kleinen gegeben wird. Ich habe gefunden, daß ein in dieſer Weiſe anregender Unterricht einer guten Vorſchule namentlich dem mechaniſchen Auswendiglernen und dem geiſtloſen Herſagen der Unterrichtsaufgaben— dem unfehlbaren Kriterium eines ſchlechten Unterrichts— wirkſam entgegentritt und jenen mechaniſchen Schlendrian mit der Wurzel ausrottet.— Der naturgeſchichtliche und der geometriſche Anſchauungsunterricht führt die Zög⸗ linge der Vorſchule nicht aus dem Kreis des Elementarunterrichts hinaus. Die Geographie bleibt Heimatskunde; eine vorbereitende Anleitung zum Zeichnen regt elementar den Formenſinn an; und ein naturgemäßer Anfangsunterricht im Franzöſiſchen darf erſt den neunjährigen Schülern nach einer elementaren Methode, z. B. nach Plötz Syllbaire, geboten werden. Auch der Turnunterricht der Kleinen will nur elementare Uebungen vornehmen. Es kann nicht bezweifelt werden, daß der an⸗ gedeutete Unterrichtsgang den Vortheil bietet, daß die Zöglinge durch denſelben vielfach angeregt, zu geiſtiger Lebendigkeit angehalten und auf dieſem Wege ganz beſonders befähigt werden, ſo frühe als möglich zu einem Unterrichte in einer fremden Sprache überzugehen, der ſich nicht vorwiegend an das mechaniſch auffaſſende Gedächtniß, ſondern an die friſche, geübte Denkkraft des ungeſchwächten Knaben wendet.
Allein die beſprochene Geſtaltung unſerer Vorſchule, ihre Verbindung mit dem Gymnaſium und der Realſchule liegt nicht bloß im Intereſſe der 6⸗ bis 10⸗jährigen Zöglinge, ſondern hat nach den früheren Auseinanderſetzungen die größte Bedeutung für die geſammte Organiſation und für die Zukunft unſerer Anſtalten. Die Zöglinge des oberſten Jahrgangs der Vorſchule ſollen eine be⸗ ſondere Abtheilung bilden und in 4 vöchentlichen Stunden im Franzöſiſchen unterrichtet werden. Schüler, welche auf dieſe Weiſe vorbereitet worden ſind, können dann ohne Bedenken in der fünften Realklaſſe neben dem Franzöſiſchen das facultative Latein, in der Gymnaſialſexta das obligatoriſche Latein neben dem obligatoriſchen Unterricht im Franzöſiſchen in Angriff nehmen. Was erſtreben wir demnach? Wir wünſchen zunächſt den Curſusunſerer Anſtaltnach untenhin um eine


