Aufsatz 
Über die nächsten Aufgaben des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, nebst einem Anhange: Die Bedeutung und Stellung der Vorschule
Entstehung
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Unterklaſſe zu erweitern, in welcher die 9⸗jährigen Schüler mit der Er⸗ lernung des Franzöſiſchen beginnen. Dieſe Klaſſe wird dann bei uns die oberſte Klaſſe der Vorſchule und zugleich integrirender Beſtandtheil der Realſchule und des Gymnaſiums ſein. Nach dieſem Plane würde das Franzöſiſche auch in unſrer Anſtalt diejenige Stellung erhalten, welche es nach der gegenwärtigen Organi⸗ ſation der heſſiſchen Realſchulen und Vorſchulen in andren Städten ein⸗ nimmt und im Intereſſe des Bürgerthums auch ferner einnehmen muß. Wir heben nochmals ausdrücklich hervor, daß nach dieſer Organiſation das Erlernen einer fremden Sprache im Allgemeinennicht vor dem vollendeten neunten Lebensjahre erfolgen ſoll. Es hat nun lediglich locale Bedeutung, wenn wir hier darauf hinweiſen, daß auch in anderen heſſiſchen Städten Vorſchulen höherer Lehranſtalten exiſtiren, welche aus mehreren Klaſſen beſtehen. Vorſchulen ſind verbunden mit den Realſchulen zu Alsfeld, Gießen, Friedberg, Nichelſtadt, Offenbach, Alzey und Bingen; und in den oberſten Klaſſen derſelben wird ein elementarer Unterricht im Franzöſiſchen gegeben.

Iſt es nun noch nöthig, auch über die ökonomiſche Seite der von hieſigem Stadtrathe erſtrebten und für unſre Jugend in hohem Grade förderlichen Verbindung der hieſigen Vorbereitungsſchule mit unſren höheren Lehranſtalten etwas zu ſagen? Wir wollen nicht davon reden, wie viel die Vor⸗ ſchule unſrer Anſtalt dadurch nützen wird, daß ſie derſelben frühzeitig eine große Anzahl von Schülern zuführt, welche, gefördert durch eine beſondere Vorbereitung, längere Zeit der Anſtalt an⸗ zugehören vermögen. Auch Privatanſtalten, welche die Zöglinge des zarteſten Jugendalters mit Sorg⸗ falt bilden, ziehen von ihrer Grund legenden Thätigkeit den Vortheil, daß aus ihren die Alters⸗ ſtufe vom 6.10. Jahre umfaſſenden Klaſſen ihre Oberklaſſen ſich in vortrefflicher Weiſe recrutiren. So vergrößert ſich ihre Schülerzahl, und der Beſtand ihrer Oberklaſſen iſt meiſt durch die Blüthe ihrer Elementarklaſſen verbürgt. In allen Städten, in welchen Vorſchulen beſtehen, wird es nach und nach Sitte, die Schüler der höheren Lehranſtalt frühzeitiger, jünger und beſſer vor⸗ bereitet zu übergeben. Solche Schüler vermögen offenbar eine Anſtalt beſſer zu durch⸗ laufen. Ich erwarte von der organiſchen Verbindung der hieſigen Vorbereitungsſchule mit dem Gymnaſium und der Realſchule geradezu einen Proceß glücklicherer Entwickelung dieſer höheren Lehranſtalten. Den ferner Stehenden entzieht ſich vielleicht der Einblick in die Gründe, welche mich zu dieſem Urtheil veranlaſſen. Gleichwohl glaubte ich meine Hoffnung ausſprechen zu müſſen!

Man wird jedenfalls gut thun, wenn man Vorſchulen an Orten fördert, in welchen höhere Lehranſtalten für das Alter von 610 Jahren nicht exiſtiren, oder in welchen beſtehende Privat⸗ ſchulen dem Bedürfniſſe nicht genügen, vielleicht aber gar dem Emporkommen einer öffentlichen Lehr⸗ anſtalt Gefahr bringen. Würde man in einer Stadt von der Größe der Stadt Worms die Vor⸗ ſchule nicht zur rechten Zeit mit dem Gymnaſium und der Realſchule verbinden, ſo entſtände leicht eine höhere Privatknabenſchule. Dieſe würde dann eventuell eine Concurrenzſchule für die unteren Klaſſen der hieſigen Anſtalten. Nun muß auch erwogen werden, daß jede weſentliche Förderung unſerer Lehranſtalt doppelten Gewinn bringt, nämlich erſtens unmittelbar hiinſichtlich der ge⸗ ſchaffenen Einrichtung ſelbſt und ferner vermittelſt der Verbeſſerung, welcher dadurch der ganze Organismus der Schule theilhaftig wird. Auch wird man die Erfahrung machen, daß, wenn man dazu ſchreitet, unſere Anſtalt zu fördern und durch Hinzufügung der Vorſchule zu erweitern, das Intereſſe des Publikums für dieſelbe bedeutend zunimmt. Die Zahl der Schüler, welche eintreten