Aufsatz 
Über die nächsten Aufgaben des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, nebst einem Anhange: Die Bedeutung und Stellung der Vorschule
Entstehung
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einander bauen, mit ihren kleinen Mitteln am weiteſten kommen, wenn ſie freundnachbarlich ſich gegenſeitig mit gutem Rath und ſchönen Ideen, mit Bauperſonal, Geräthen und Material aushelfen und ehrlich gemeinſame Sache machen, bis die beſonderen Unternehmungen an's Ziel und zur Selb⸗ ſtändigkeit gelangt ſind. 1 22 muzc tus G f

Treten wir aus dem Bilde heraus, ſo iſt bezüglich der nächſten Aufgaben der hieſigen Real⸗ ſchule Folgendes zu ſagen... 1Mi9

Es würde allerdings die erſte Aufgabe der hieſigen Realſchule ſein, ihre ſofortige Trennung von dem Gymnaſium zu bewerkſtelligen, wenn es ſich herausſtellen ſollte, daß ſie in ihrer Verbindung mit dem Gymnaſium nicht die genügende Förderung und nach der Trennung ſogleich alle Mittel zu ihrem Unterhalte fände. Iſt dagegen vorauszuſetzen, daß von der Verbindung der Realſchule mit dem Gymnaſium zunächſt eine Schädigung der Realſchulintereſſen nicht zu befürchten iſt, ſo iſt es die nächſte und fruchtbringendſte Aufgabe hieſiger Realſchule, die Hand an ſich ſelbſt zu legen, d. h. 1. in ihrem gegenwärtigen Umfang ſich möglicher Weiſe vollſtändiger, als es bisher geſchehen, zu entwickeln, 2. durch Erweiterung ihrer Organiſation ſich zunächſt zu einer ſieben jährigen Realſchule umzugeſtalten.

A. Die Vervollständigung des Tehrplans der gegenwärtigen ſechsjährigen Veal- ſchule zu Mlorms.

Unſre Realſchule iſt zur Zeit eine Realſchule 2. Ordnung mit ſechsjährigem Curſus und facultativem, auf die drei oberen Jahrescurſe beſchränktem Latein. Den un⸗ ausgeſetzten, ſehr ehrenwerthen Bemühungen der letzten ſieben Jahre iſt es zu danken, daß dieſe Anſtalt endlich eine ſelbſtändige Organiſation und fünf Klaſſen erhalten hat, von welchen die vier unteren je einjährig ſind, die erſte zweijährig iſt und zur Erlangung des Qualiſicationszeugniſſes für den einjährigen freiwilligen Militärdienſt befähigt. Das Jahr 1866 mit ſeinen Folgen hat dieſe Ausdehnung hieſiger Realſchule außer Zweifel geſetzt, der Wormſer Realſchulfrage eine ent⸗ ſcheidende Wendung zum Beſſeren gegeben und die Grundlage gLeſchaffen, auf welcher wir, den vor⸗ handenen Bedürfniſſen dienend, ſicher weiter ſchreiten können.

Es handelt ſich nun zunächſt darum, die zweijährige erſte Realklaſſe in zwei getrennte, je einjährige Klaſſen zu verwandeln. Zu dieſem Behufe wurden ſchon im vorigen Jahre die ein⸗ leitenden Schritte gethan. Unſer Lehrercollegium hat damals nachgewieſen, daß der Schülerbeſtand der zweijährigen erſten Realklaſſe zu groß geworden iſt, als daß der Unterricht in derſelben, ins⸗ beſondere in der Mathematik, den Naturwiſſenſchaften und den neueren Sprachen, mit dem zu wünſchenden Erfolg gegeben werden könnte. Kurz nach Beginn des Sommerhalbjahres 1873 war es bereits möglich, mit den vorhandenen Lehrkräften die gedachte Klaſſe wenigſtens in einer Anzahl von Unterrichtsſtunden, nämlich in dem ganzen Umfang des mathematiſchen Unterrichts, ſowie im Unterrichte der engliſchen und der franzöſiſchen Sprache, d. h. wöchentlich in 13 Stunden, in zwei Abtheilungen zu trennen. Allen anderen Unterricht haben die beiden Abtheilungen bis jetzt noch gemeinſchaftlich. Sollen nun dieſe beiden Abtheilungen in allen Unterrichtsſtunden, welche ſie gegen⸗ wärtig gemeinſam haben, getrennt werden, ſo muß dies in weiteren 19 wöchentlichen Unterrichts⸗ ſtunden geſchehen. Es iſt zu dieſem Zwecke dringend nothwendig, eine neue Lehrkraft für unſre Anſtalt zu gewinnen. Würde demnach die Vervollſtändigung des gegenwärtigen