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freudigſt diene, indem ich es freilich nicht unterlaſſe, das alltägliche Bedürfniß, ſoweit ich es vermag, zu idealiſiren.
Die nächſten Aufgaben unſrer Anſtalten laſſen ſich leicht erkennen. Wenn die Entwickelung der letzten Jahre gezeigt hat, daß in Worms ein Gymnaſium und eine Realſchule neben einander gedeihen können, ſo handelt es ſich jetzt darum, aus beiden Anſtalten dasjenige zu machen, was die Verhältniſſe nur irgend erlauben. Und wenn das Gymnaſium hinſichtlich ſeiner Curſusdauer, ſeiner Berechtigungen, ſeines Wirkungskreiſes bereits in günſtiger Lage iſt und nur nöthig hat, auf den einzelnen Stufen ſeines Unterrichts das Erreichbare und unbedingt Nothwendige anzuſtreben: ſo kommt es der Realſchule ohne Zweifel zu, diejenigen Organiſationen zu verwirklichen, welche nach der jeweiligen Weiterentwickelung des heſſiſchen Nealſchulmeſens mdglich ſind. Darüber ſoll ein⸗ gehend geſprochen werden.
Vor Allem lege ich nun aber großen Werth darauf, klar und beſtimmmt hervorzuheben, daß ich beiden Anſtalten in ehrlicher Weiſe gerecht zu werden wünſche, daß keine von beiden ein Stief⸗ kind ſein wird; und zwar nehme ich dabei nicht an, daß beide Anſtalten ſtets unter einer Direction ſtehen werden. Die Gr. Staatsregierung hat mir unerwartet und ohne daß es mir möglich ge⸗ weſen wäre, vorher einen Wunſch auszuſprechen, plötzlich die Leitung der beiden Anſtalten übertragen So ſehe ich es als meine nächſte Miſſion an, mit aller Gewiſſenhaftigkeit die inneren und äußeren Angelegenheiten beider Anſtalten ſo lange zu fördern, bis der Tag gekommen ſein wird, an welchem die gegenwärtig nur kümmerlich hinlebenden Anſtalten, welche bezüglich ihrer Locale, Mobilien, Unterrichtsmittel, Beſoldungsetats vernachläſſigter ſind, als irgend eine mir näher bekannte gleichartige Anſtalt, auch finanziell ſoweitreorganiſirt ſind, daß ihnen eine eventuelle Trennung zum Segen, nicht zum Anfangspunkte eines neuen, Jahrzehende lang anhaltenden Siechthums wird.
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I. Die nächſten Aufgaben der Realſchule zu Worms.
Bei allem menſchlichen Thun empfiehlt es ſich— wenn es zum ſicheren Gelingen kommen ſoll— planmäßig und in richtiger Reihenfolge der einzelnen Maßregeln vorzugehen. Der rechte Baumeiſter wird zuerſt das Haus in ſeinen weſentlichſten Theilen hinſtellen, dann dasſelbe mit Ge⸗ ſchmack und Geiſt ausſtatten; ſchließlich kann es ihm einerlei ſein, an wen das vollendete Haus ab⸗ gegeben wird. Wenn er gut gebaut, ſo haben Alle, welche gerade die Sache nicht aus dem Auge verlieren, ihre Freude an dem Werke. Hat er zwei Häuſer zu bauen, ſo wird er zunächſt darauf ausgehen, jedes in eigner Schönheit hinzuſtellen; zuletzt iſt es eine nicht nennenswerthe That, zwiſchen den beiden, wenn es wünſchenswerth oder nothwendig ſein ſollte, auch die trennende Scheidewand zu ziehen. Wollten aber die Beſitzer der beiden Häuſer, ehe ſie an die vollendende Herſtellung des Innern geſchritten, in einen Proceß bezüglich der trennenden Scheidewand eintreten, ſo liefen ſie leicht Gefahr, um der Nebendinge willen das reine Intereſſe an der Hauptſache und ſogar Mittel einzubüßen, welche für das Gelingen ihrer beſonderen Zwecke unbedingt erforderlich ſind. Und wenn die Mittel zum Bauen unbedeutend ſind, ſo werden Brüder oder Freunde, welche neben


