Aeber die nchſten Aufgaben
des Gumnaſiums und der Realſchule zu Worms,
nebſt einem Anhange:
Die Heddeutung und Stellung der Vorſchule.
Vom
Großherzoglichen Gumnaſtal- und Kealſciul-Direckor Dr. Adalbert Becker.
Motto: Was uns in Aller Intereſſe zunächſt Noth thut, iſt nicht Trennung, ſondern praktiſche und energiſche Anwendung, Zuſammenfaſſung und Steigerung unſerer Kräfte und Mittel.
Worms, im Juli 1873.
Es iſt bekannt, daß über keine Anſtalt unſres Landes ſoviel verhandelt worden iſt, wie über das Gymnaſium und die Realſchule zu Worms. Und wer den Verhältniſſen dieſer Anſtalten näher ſteht und ein richtiges Urtheil über die Grundbedingungen ihres Gedeihens zu gewinnen ver⸗ mochte, ſollte wünſchen, daß endlich einmal eine Zeit komme, in welcher dieſe Schulen nicht mehr Gegenſtand conſtituirender Verhandlungen oder verborgener Wünſche ſind, ſondern von allen Seiten her durch entſcheidende Thaten und wirkliche Leiſtungen in ſolcher Weiſe gefördert werden, daß ſie, in ihrer Exiſtenz nicht mehr bedroht, mit ſtillem, ſtetigem Fleiße ihren beſonderen Aufgaben zu leben vermögen. So greife ich denn nicht ohne inneres Widerſtreben zur Feder. Gleichwohl halte ich es im Augenblick für nützlich, wenn ich den verſchiedenartigen Anforderungen gegenüber, welche man mit Recht an unſre Anſtalten ſtellt, ohne Rückhalt und mit unbedingter Aufrichtigkeit mich darüber ausſpreche, in welchem Sinne ich bei allſeitiger Unterſtützung das mir anvertraute Amt zu verwalten gern bereit bin.
Es kann nun nicht meine Aufgabe ſein, eingehende hiſtoriſche Rückblicke anzuſtellen oder zu zeigen, mit welchen Geburtswehen aus dem alten Gymnaſium eine Doppellehranſtalt geworden iſt, wie pädagogiſche und ſociale, locale und perſönliche Beſtrebungen und Verwickelungen unſre beiden Anſtalten theils gefördert, theils in ihrer Entwickelung geſtört haben. Man erlaubt mir gern, daß ich, in neue Verhältniſſe eingetreten, über die früheren Verhandlungen, deren actenmäßige Kenntniß⸗ nahme mich mit Pein und, ich geſtehe es, mit großer Beſorgniß erfüllt hat, mich hinwegſetze, die Gegenwart mit ihren Anſprüchen unbefangen nehme, wie ſie iſt, und allen berechtigten Bedürf⸗ niſſen der Erziehung und des Unterrichts, welche ich wahrzunehmen Gelegenheit habe, nach Kräften


