Aufsatz 
Betrachtungen über Organisation und die staatliche Stellung der Realschulen des Großherzogtums Hessen
Entstehung
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andrerſeits(ſoweit es zunächſt die Provinz Oberheſſen betrifft) ſogar in Bezug auf gewiſſe Rechte, welche der norddeutſche Bund jedem ſeiner Angehörigen gewährt, unſeren Realſchulen nach allen Seiten hin diejenigen Beziehungen, Förderungen und Berechtigungen zu Theil würden, welche den preußiſchen Real⸗ ſchulen theils ſchon längſt innerhalb des preußiſchen Staates, theils in neuerer Zeit durch die Verein⸗ barungen der Staaten des Nordbundes für den Umfang des letzteren zuerkannt worden ſind, theils noch in der Folge gewährt werden. Die genaueren Ausführungen dieſes Satzes würden das reichliche Ma⸗ terial zu einer Erörterung darbieten, welche die eigentlichen Lebensbedingungen unſerer Realſchulen in gründlicherer und umfaſſenderer Weiſe beleuchten würde, als es hier geſchehen kann und darf.

Da indeſſen die Angelegenheiten dieſer Anſtalten im Augenblicke einer allgemeinen Theilnahme ſich erfreuen, ſo ſcheint es unbedenklich, wenn diejenigen, welche ihre Kraft der inneren Weiterentwicklung der genannten Anſtalten zu widmen berufen ſind, ſich zunächſt weniger um die einzelnen Beziehungen und Berechtigungen kümmern, die in der Folge für jene gewonnen werden dürften, ſondern die Sorge für dieſe Dinge denjenigen Leitern und Vertretern des ſtaatlichen, geſellſchaftlichen, wiſſen⸗ ſchaftlichen und indnſtriellen Lebens überlaſſen, welche von der Weiterentwicklung und einer angemeſſeneren Stellung der Realſchulen für ihre Bedürfniſſe und Zwecke ſchätzenswerthe und geziemende Unterſtützung erwarten. Haben aber die Realſchulen unſeres Landes erſt einmal diejenigen Bahnen be⸗ treten, welche nach höheren und anderswo ſchon erreichten Zielen hinweiſen, ſo kann man darauf rechnen, daß dieſe Ziele auch bei uns einmal wirklich erreicht werden. Für unſere Anſtalten wäre es nun ein großes Glück, wenn uns eine Periode des Schwankens und Experimentirens erſpart würde, wenn wir im Einklange mit den höchſten Principien der Realſchulbildung, welche in der Gegen⸗ wart bereits für gewiſſe Realſchulen maßgebend ſind, ſofort in eine Entwicklung einträten, deren ſchließ⸗ liche Vollendung ſchon jetzt bei der Zuſammenſetzung der Lehrercollegien und der Fundirung der Anſtalten ins Auge gefaßt werden müßte.

Die Aufgabe des praktiſchen Schulmanns iſt es daher jetzt, vor Allem die weſentliche Richtung einer realiſtiſchen und dabei allgemein menſchlichen Erziehung, die inneren, insbeſondere die erziehlichen und unterrichtlichen Bedürſniſſe unſerer Realſchulen vor dem Publikum zu beſprechen, für welches wir arbeiten. Dies ſoll aber nicht nur um localer Zwecke willen geſchehen, weil nämlich vielleicht mit Recht angenommen werden kann, daß durch offene Darlegung der Zwecke, welche man verfolgt, das Vertrauen und die Unterſtützung aller Freunde der Erziehung und des Unterrichts gewonnen werden: ebenſo wichtig erſcheint es, in einer Zeit, in welcher ohne Zweifel an allen unſeren Realſchulen Aende⸗ rungen vorgenommen werden ſollen, wiederholt daran zu erinnern, welche Vortheile gewiſſe Eigenthüm⸗ lichkeiten der ſeitherigen Organiſation unſerer Realſchulen darboten. Demnach wollen wir ſagen, worin die nächſten Bedürfniſſe unſerer Orgariſation beſtehen, indem wir ebenſowohl den ſeitherigen Cha⸗ rakter unſerer Anſtalt, wie die Möglichkeit der Weiterentwicklung unſeres geſammten Realſchul⸗ weſens zu der erſehnten Höhe abſchließender Einrichtungen feſthalten. Da es ſcheint, als ob in der Folge nur auf denjenigen Stufen der höheren Lehranſtalten der verbündeten Staaten, auf welchen ge⸗ wiſſe Nechte erworben werden, d. h. in den oberen Klaſſen, Uebereinſtimmung der Einrichtungen und Leiſtungen hergeſtellt werden ſolle, ſo kann man wohl die allſeitigen Bedürfniſſe der von uns zu er⸗ ſtrebenden Organiſation in dem folgenden Satze zuſammenfaſſen:Zu Gunſten unſeres Bürgerthums muß im Weſentlichen die ſeitherige Organiſation unſerer unteren Realklaſſen beibehalten werden; dagegen muß die Errichtung der Prima einer preuß. Realſchule 1. Ordnung und die Einrichtung der beiden oberen(je zweijährigen) Klaſſen der preußiſchen Realſchulen 1. Ordnung für uns ein Gegenſtand unabläſſiger Beſtrebung ſein. Dabei muß aber von vornherein klar geſagt werden, daß wir die Prima jetzt nicht für die Realſchule zu Alzey erſtreben; wenn auch nur eine auswärtige Realſchule unſeres