Aufsatz 
Zur Verfassungsgeschichte des Rheinbundes
Entstehung
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und Sitz überhaupt in allem, was nicht wesentlich zur Führung des dem herzoglichen Haus Nassau in der Bundes-Akte übertragenen Präsidiums gehört, in allen Gelegenheiten zu reklamieren und zu behaupten.

Mitten hinein in die Vorbereitungen zur Eröffnung des Bundestags, dem es, wie wir gesehen, an Material zur Beratung keineswegs fehlte, fiel der Ausbruchs des Kriegs gegen Preussen. Schon am 21. September 1806 hatte Napoleon ¹) sämtliche konföderierte Staaten eingeladen, ihre auf den Fall der Armierung einer auswärtigen Macht bedungene Truppen-Anzahl nunmehr ohne Zeitverlust auf den Kriegsfuss zu setzen. ²)

Dieser Ausbruch des Krieges gab den beiden mächtigsten Staaten des Rheinbunds, Bayern und Würtemberg, eine willkommene Gelegenheit, den Zusammentritt des Bundestags unmöglich zu machen. Im Moniteur vom 5. November ward die von den Gesandten Bayerns und Würtem- bergs am 26. September namens beider Monarchen geäusserte Meinung folgendermassen angeführt: Das Waffengetöse, wovon die Umgebungen Frankfurts widerhallten, würde ihres Erachtens leicht die Ruhe stören können, welche die ernsten Beratungen über das Gemeinwohl des Rheinbunds er- forderte; es dürfte daher der Würde der Bundes-Versammlung weit angemessener sein, ihre Zusammenberufung zu verschieben, bis sie, beruhigt in Hinsicht der Wirkungen des gegenwärtigen

¹) Gemäss der Artikel 35 und 36 der Bundes-Akte.

Art. 35: II g aura entre d'Empire Erançais et entre les Etats des Confédérés du Rhin, collectivement et séparé- ment, une alliance, en verlu de laquelle toute guerre continentale, gue Pune des parties contractantes aurait à soutenir, deviendra immédiatement commune à toutes les autres.

Art. 36: Dans le cas, odu une puissance étrangère à P'alliance et voisine s'armerait, les hautes parties con- tractantes, pour ne pas étre surprises ou prises ou dépourrues, armeront pareillement d'après la demande qui en sera faite par le ministre de l'une d'elles a Frangfort.

Le contingent, que chacun des alliés deura fournir, étant divisé en quatre quarts, la Diète déterminera, combien des quarts devront étre rendus mobiles; mais l'armement ne sera effectué qu'en conséquence d'une invitation adressée par S. M. O Eimpereur et Roi d chaeune des puissances allices.

²) Vgl. Brief Napoleons an den König von Bayern(Rh. Bund, Bd. 1, p. 248 ff.) sowie die bisher noch nicht bekannte Ratifikations-Urkunde des Herzogs Friedrich von Nassau über einen Vertrag, der zwischen Nassau, dem Fürsten Primas, Aremberg, Salm, Isenburg, beiden Hohenzollern, Liechtenstein und Leyen abgeschlossen wurde.

(Die Abschrift dieses Vertrags befindet sich in Ebersteins Nachlass: 26, I, 32.) Aus dieser Urkunde erfahren wir erstens, dass Napoleon, wie schon bemerkt, am 21. September 1806 sämtliche konföderierte Staaten gemäss der Artikel 36 und 38

Art. 38 lautet: Le contingent a fournir par chacun des alliés pour les cas de guerre est fié comme suit:

La France fournira... 200,000 hommes

de toutes armes;

le rojaume de Baviéère.. 30,000

de toutes armes;

le royaume de Würtemberg 12,000

le Grand-Duc de Bade.. 8000 le 5 2y' Berg. 2 5000 5 16 Darmstadt 4000

Leurs A. A. S. S. les Duc et Prince de Nassau fourniront avee les autres Princes confédérés un contingent

de 4000 hommes. 3 der Bundes-Akte eingeladen hatte, ihre Truppen ohne Zeitverlust auf den Kriegsfuss zu setzen, zweitens, dass der Herzog von Nassau mit Bezugnahme auf Art. 38 der Rheinbundes-Akte mit obengenannten Fürsten einen Vertrag geschlossen hatte, wonach der Fürst Primas für sich allein 968 Mann stellen soll, die übrigen 3032 Mann, die der Herzog von Nassau zu stellen übernimmt. Demselben wird die zweckmässige militärische Organisation, Be- waffnung etc. überlassen; die Unterhaltungskosten werden natürlich von den Verbündeten vergütet, worüber der Vertrag ausführliche Bestimmungen enthält.