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dem kriegerisch gesinnten Volke nicht schmeichelten, kaum angehört(§. 3). Die Stimmung ist also dem Frieden nicht günstig, unser Redner will versuchen einen Umschlag herbeizuführen.
Schon jetzt befinden wir uns auf streitigem Boden, da über die Frage, ob der Krieg schon im Gange ist, verschiedene Ansichten herrschen. Untersuchen wir die betreffenden Stellen der Rede etwas genauer.
In§ 2 lesen wir„i,x⁵μεν ε&κκ‿νσάαͥ᷑οss el o⁴ᷣμαοων τκα or,νν.“ Das kann bedeuten„wir befinden uns im Krieg und wollen berathen, ob wir weiter Krieg führen oder Frieden schliessen wollen“ oder„wir haben Frieden und stehen in Berathung über einen zu beschliessenden Krieg.“¹)
Dass unzweifelhaft das Erstere gemeint ist, geht aus§ 16 hervor„Hrνι q'oduv zoνα rrois ,,ϑοαι τmνO ⁸i,*,*) 6 νο τπος Xiovs zalr Podiovs xcœl Buscxvriovs etc.“, Isocrates konnte nicht sagen οιιςσ⁄⁴αι 1 vo sioi, wenn es sich um Aufrechterhaltung des Friedens handelte. Benseler(in seiner Leipziger Uebersetzung²) führt S. 200 noch § 64 der Antidosis an, wo Isocrates von der Friedensrede, aus welcher er Bruchstücke zu seiner Vertheidigung vorgelesen wissen will, selbst sagt„⁶εεεαας, ds συνμραμρε π⁴οει Jαισέασισάι ι⁶ννmτπ‿ειιωνπιει oer fügt dann hinzu:„Alles dieses kann doch unmöglich von einem erst zu unternehmenden Kriege gesagt werden.“— Weiter verweisen auf einen be- stehenden und zwar schon längere Zeit dauernden Krieg die§§ 19— 22;§ 19„6„ 100ν εμρμ⁵μ dem⁴νυτινμν νμμές τν stονιμέμνν μmOʒατεονρωκνακννει nämlich der Sicherheit des reichlichen Lebensunterhaltes, der Einigkeit und des guten Rufes bei den Hellenen. Dass nicht der Krieg im Allgemeinen, sondern der speziell vorliegende also in unserem Falle der Bundesgenossenkrieg gemeint ist, geht aus§ 20— 21 hervor:„ dsε τπνν elorνννν rοινσσόιμμμέμ̈, αα rοτονs ατον⁸ Trαςσρμεν Odoν αά ουάα ⁶σιισινιάκαάαά ποοσσ rdττουνασι, μd οαε εε̈ν ἀάςdeids iν ποανεν oixgoεν, d⸗πιαα⁴‿ανεκνεε οαειμων υαι 21ν6νeυν ναάν τααραᷣφᷣά, els v Ods d⁴⁴ν‿οωε εκαα̈˙εσνιαι◻νεκ, νκάκ ε&αα|ςσσν ε 11ν 1,εεάασ τιις εοέσταοαιμασάνε⁴ιmOι⁴³⁴ιοσεμν dνmσρπεκᷣαασνινμιενᷣ νι μινιννντυμνν εςερα⁴ανꝙαναάo τ τοιmπακι- X⁴ντ νOB‿ τν ωσω τυυνν πεμοι τν mπμεέeεων Ae**ονοριιν, dεςα ds yεοννντes œα ν Sd⸗³αræν απνƷςέονοe ar xœ‿ ddœαi soyxαoiαœ ειιποε‿ννs, l„ did 10ν τεαμοων 2„1*10.ααινν u. s. w.“ Auch die Worte des§ 29— H&ς ν⁴αꝑ dο⁶mνεα α Gεμινν, 1 11 A- Aartaν 6o‿νμιεμ— œB‿ μααμιωαᷣα— qiαmνπονεάα να τ—α õέοσννπννν r4GrOv d⁴ε de- iyεuνσᷣμεα ς αe⁵εias. d μρνν ꝙν⁴ϑde Aπνεσνεκ, 54ν A.*ππεέσνκν 9α S§⁶⁴˙νη⁴μμ ν εε adταν ναά 1τ⁶εμ⁴οιι υαα dodeνα⸗ εd⸗ verναot, eixärws— deuten, wie Benseler be- merkt auf„neuerdings gemachte Erfahrungen hin“, da sie„nur für den vorliegenden Fall des Friedensschlusses volle Beweiskraft haben“ und„auch durch das folgende x ⁴αο τ rsov ausdrücklich von früheren Erfahrungen der Art unterschieden werden.“
Diese Stellen beweisen 1) dass die Volksversammlung wäührend des Krieges gehalten sein will, und 2) dass der Krieg schon einige Zeit gedauert hat.
Leloup a. a. O. glaubt, dass Isocrates die Athener durch diese Rede habe warnen wollen sich in den Krieg zu stürzen, weil er den unglücklichen Ausgang des Krieges vorausgesehen
¹) Letzteres nimmt Schillbach a. a. O. S. 9 an. ²) Sämmtliche Citate aus Benseler beziehen sich auf diese Ausgabe, vergl. oben S. 3.


